Ein Alb-Traum-Urlaub

Book Cover: Ein Alb-Traum-Urlaub

Ein junges Pärchen fliegt zu seinem lange geplanten Urlaub nach Irland. Doch aus dem geplanten Traumurlaub wird schon bald ein Albtraum. Nach mehreren merkwürdigen Begegnungen und Beinahe-Unfällen verschwindet der Freund ganz plötzlich und taucht erst einige Zeit später ohne Erinnerung auf. Die Umstände bleiben mysteriös, insbesondere weil sein Verschwinden im Zusammenhang mit einem Mordfall steht.

Die beiden jungen Deutschen kehren nach Hamburg zurück, wo sich die Situation dramatisch zuspitzt. Der Freundin kommen immer mehr Fragen, wer ihr Freund ist. Zusammen mit zwei Freunden versucht sie, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und gerät dabei in tödliche Gefahr.

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Urlaubsbeginn

 

Julia schob ihren Koffer auf das Band und legte ihren Personalausweis der Dame am Schalter hin. Urlaub, endlich. So lange hatte sie mit Robin geplant und nun war es endlich so weit. Ihr Roadtrip in Irland konnte beginnen.

»Robin, es geht wirklich los!« Sie strahlte ihren Freund an.

Robin lächelte und strich ihr übers Haar. Ihre langen blonden Haare standen wie so oft, wenn sie sich durchs Haar gestrichen hatte, in alle Richtungen ab. Sie nahmen ihr Handgepäck, steckten ihre Boarding-Karten ein.

»Ja, Liebes, jetzt geht es los.« Robin nahm ihre Hand und sie machten sich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Julia hatte keinen Blick für ihre Umgebung und bemerkte auch nicht die beiden Männer, die ihnen in gebührendem Abstand folgten, aber sie nicht aus den Augen ließen.

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Julia und Robin schlenderten zu ihrem Gate, Arm in Arm, Julia glücklich, Robin eher amüsiert. Julia dachte zurück. Wie lange hatte sie schon überlegt und geplant, diesen Trip entlang des Atlantic Coast Ways in Irland zu machen. Und sie hatte sich immer gewünscht, jemanden zu finden, der mitkommen würde.

Als sie Robin vor neun Monaten kennengelernt hatte, da hatte es sofort gefunkt. Und dass er ihre Begeisterung für Irland teilte, war ein weiterer Glücksgriff. Mit Robin passte irgendwie alles zusammen. Sie hatten viele gemeinsame Interessen, beide lasen gern, reisten gern, planten gern. Das einzige, was sie störte, war seine Verschlossenheit, was ihn und seine Vergangenheit anbelangte. Außerdem war sie bisher noch nie bei ihm zu Hause gewesen. Sie hatte zwar ein paar Mal gefragt, ob sie nicht zu ihm gehen könnten, aber er hatte jedes Mal eine andere Erklärung, wenn nicht sogar Ausrede gehabt.

Dennoch: Es war toll, wie sie beide diese Tour ausgearbeitet hatten, geplant, welche Route sie nehmen, welche Hotels sie buchen wollten. Julia konnte es gar nicht mehr abwarten und hatte sich wie ein kleines Kind auf diesen Urlaub gefreut, schon Monate vorher. Sie hatte alles über Irland gelesen, was ihr in die Finger gekommen war, ganze Bücherschränke voll und ihre Sehnsucht nach der grünen Insel war ins Unermessliche gestiegen. Und jetzt war es endlich so weit. Als das Taxi sie vor dem Terminal abgesetzt hatte, hätte sie vor Aufregung fast ihr Gepäck vergessen und wollte so in die Abflughalle flüchten. Der Taxifahrer und Robin hatten laut gelacht, während Julia einen roten Kopf bekommen hatte. Aber dann musste auch sie lachen und Robin war erneut verzaubert von seiner hübschen Freundin in ihrer Jeans, der weißen Bluse und dem schulterlangen Haar. Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick gewesen, als er sie kennengelernt hatte.

Sie kamen am Gate an und ließen sich auf zwei Sitzen an ihrem Gate nieder. Aber Julia sprang gleich wieder auf, da sie vor Aufregung nicht stillsitzen konnte. Das Gate füllte sich. Diverse Familien, Pärchen waren bereits da, sowie zwei Männer, die irgendwie hier gar nicht hinzupassen schienen. Sie sahen nicht wie Geschäftsleute aus, aber auch nicht wie welche, die in Urlaub fliegen. Es war relativ dunkel in der Wartehalle, aber die beiden trugen Sonnenbrillen.

Der Hamburger Himmel war bedeckt, für Dublin war eine unterbrochene Wolkendecke angesagt. Dass es in Irland ständig regnen würde, hielt Julia ohnehin für ein Gerücht.

Julia stupste Robin an, der irgendwie abwesend wirkte.

»Gleich ist boarding, wach auf, du Träumer!« Julia neckte ihn gerne mal, wenn er abwesend und träumend war, was in letzter Zeit öfter vorkam. Manchmal möchte ich wissen, was in seinem Kopf vor sich geht, hatte Julia dabei immer gedacht.

Sie konnten über alle möglichen Themen miteinander reden, aber wenn es um Robin ging, um sein Leben, seine Vergangenheit, seine Gegenwart blockte er immer schnell ab. Anscheinend war etwas in seinem Leben passiert, über das er nicht sprechen wollte, dachte sie. Vermutlich im Moment noch nicht sprechen wollte. Julia hoffte, dass sich das im Laufe der Zeit ändern würde, wenn sie sich länger kannten.

»Guten Tag, meine Damen und Herren! Ihr Aer Lingus Flug nach Dublin ist jetzt zum Einsteigen bereit. Bitte halten Sie Ihre Bordkarten und Ihre Ausweise bereit.«

Als die Aufforderung kam, packte Julia ihr Handgepäck und zog Robin hoch. Als sie sich in der Schlange einreihten, fiel Robins Blick auf die beiden Männer mit den Sonnenbrillen. Julia merkte nicht, dass Robin kurz zusammenzuckte, als sein Blick die der beiden Männer traf. Robin drehte sich schnell weg.

Sie passierten die Kontrolle und stiegen in das Flugzeug. Julia ließ sich an einem Fensterplatz nieder, Robin saß neben ihr. Das Flugzeug füllte sich, nach und nach strömten die Fluggäste in die Maschine, das übliche Chaos beim Verpacken des Handgepäcks entstand.

Fast als letztes kamen auch die beiden Männer mit den Sonnenbrillen ins Flugzeug. Sie trugen weiterhin ihre Brillen und hatten kaum Handgepäck dabei. Zwei Reihen hinter ihnen ließen sie sich nieder.

»Das sind ja merkwürdige Gestalten«, Julia flüsterte Robin ins Ohr als die beiden Männer an ihnen vorbeikamen.

»Egal«, erwiderte Robin lustlos und zuckte mit den Schultern. Er griff nach einer Zeitung.

»Ja, du hast ja Recht. Wir genießen unseren ersten gemeinsamen Urlaub!« Julia kuschelte sich an Robin, der den Arm um sie legte.

»Das wird herrlich!« Julia strahlte Robin glücklich an.

»Ja, bestimmt!« Täuschte sie sich oder klang Robins Antwort wenig überzeugend. Ach, er war bestimmt nervös vor dem Flug. Aber auch in Julia kam jetzt etwas Beklemmung hoch. Ihre Höhenangst und ihre Klaustrophobie stiegen in ihr auf.

»Halt mich fest und beschütz mich, Robin!« Julia drückte Robins Hand ganz fest.

»Ich bin bei Dir!« Robin erwiderte ihren Händedruck.

»Boarding is completed«, ertönte die Ansage aus dem Lautsprecher. Die üblichen Sicherheitshinweise wurden abgespult, bei denen wie üblich kein Mensch zuhörte. Alle lasen entweder oder dösten vor sich hin. Julia schaute noch einmal aus dem Fenster.

Das Abenteuer Irland konnte beginnen. Minuten später hob die Maschine ab in Richtung Dublin. Julia schloss die Augen und sehnte die Ankunft in Dublin herbei. Kurze Zeit später Hand in Hand mit Robin schlief sie ein.

Robin blickte sich vorsichtig um. Zwei Reihen hinter ihm konnte er einen der beiden Männer sehen. Der Mann hatte zwar seine Sonnenbrille auf, aber Robin war sicher, dass dieser Mann ihn aufmerksam beobachtete. Er rutschte unruhig auf seinem Sitz rum, versuchte aber, Julia nicht zu wecken, die neben ihm sanft schlummerte.

Als die Stewardess kam und nach Getränkewünschen fragte, schüttelte Robin nur kurz mit dem Kopf. Er betrachtete Julia, die neben ihm in ruhigem Schlaf saß. Dann warf er noch einen verstohlenen Blick nach hinten, ehe er sich auch gestattete, für eine Weile die Augen zu schließen.

Der Flug verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Robin döste vor sich hin, Julia verschlief den Flug. Kurz vor dem Aufsetzen der Maschine wachte sie auf und rührte sich. Sie hielt immer noch Robins Hand. Das Signal über ihnen leuchtete auf zum Zeichen, dass sie im Landeanflug waren. Kurze Zeit später setzte das Flugzeug sanft auf.

Als sie in Dublin gelandet waren, machten sie sich sofort auf den Weg zur Kofferausgabe. Die beiden Sonnenbrillen-Männer sahen sie nicht mehr, und Julia hatte sie auch schon wieder vergessen. Als einer der letzten kam Julias Koffer. Sie machten sich auf den Weg zum Taxistand. Julia suchte die Beschilderung, während Robin sich nach allen Seiten umschaute.

»Da ist es!« Julia zeigte auf das Schild, das ihnen den Weg zu den Taxen wies. Robin schaute sich noch immer nach allen Seiten um. Julia merkte das.

»Hallo, hier ist es!« Sie stieß Robin an. »Oder schaust Du Dich etwa nach hübschen irischen Mädchen um. Die sind alle rothaarig.« Julia lächelte ihn an. Robin grinste zurück.

»Du hast mich ertappt!« Ein letzter Rundumblick, dann verließen sie die Halle und stiegen die Treppen zu den Taxen hinab. Das Wetter war ganz ansprechend, auf jeden Fall besser als in Hamburg.

»Hallo Irland«, rief Julia übermütig und hüpfte wie ein kleines Kind.

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