Teilweise Tödlich

18 spannende Kurzkrimis

Book Cover: Teilweise Tödlich

Diese Sammlung gruseliger, historischer, skurriler Kurzgeschichten lässt das Herz jedes Krimifreundes höherschlagen. Auch wenn sie nicht immer tödlich enden, perfide sind sie allemal. Natürlich die Stories, nicht die AutorInnen. Lesehäppchen für zwischendurch, die garantiert nicht dick machen, aber Wartezeiten überbrücken, die Kaffeepause würzen und Ausreden liefern, wenn Sie einen Termin verpassen. Ob man sie auch vor dem Einschlafen lesen kann, müssen Sie selbst entscheiden.

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Ein verhängnisvoller Diebstahl

von Roland Blümel

Seit sie denken konnten, waren Leo und Ronny dickste Freunde. Sie waren zusammen zur Schule gegangen, hatten vieles unternommen und nach der Schule beschlossen, sich ihren Lebensunterhalt mit Taschendiebstahl zu verdienen.

Beide waren gut darin, aber Ronny war nahezu brillant. Er konnte einem Passanten die Armbanduhr abnehmen, ohne dass der etwas davon bemerkte.

Sie waren noch nie erwischt worden und ihre Diebstähle waren ein einträgliches Geschäft, mit dem sie sich gut über Wasser halten konnten.

Leo hatte immer wieder seine Zweifel, ob sie nicht lieber damit aufhören und eine vernünftige Arbeit aufnehmen sollten. Aber Ronny wischte diese Fragen beiseite.

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»Wir leben doch gut so. Und das bisschen, was wir den Leuten abnehmen, merken die doch gar nicht. Ich hab jedenfalls keine Lust, jeden morgen früh aufzustehen, zu einer öden Arbeit zu rennen, um abends müde und platt nach Hause zu kommen und mich vor die Glotze zu hauen.«

Ronny konnte sehr überzeugend sein, und Leo gab jedes Mal nach. Mittlerweile hatten sie sich auf Arbeitsteilung geeinigt. Leo guckte die Opfer aus, stand abseits und passte auf. Ronny griff den Leuten in die Taschen, in die Jacken, wo auch immer er Wertgegenstände, Portemonnaies oder Geld vermutete. Und wenn es tatsächlich mal jemand mitbekam und Ronny verfolgen wollte, stellte sich Leo wie zufällig in den Weg und ließ sich über den Haufen rennen.

Das war die ganzen vier Jahre seit sie das machten gut gegangen. Zumeist war ihr Revier der Hamburger Hauptbahnhof, wo viele Menschen täglich durch die Gegend hetzten und es turbulent zuging, sodass sie leichtes Spiel hatten.

Aber dann meinte Ronny, er bräuchte mal eine neue Herausforderung und so verlegten sie ihr »Arbeitsgebiet« auf den Kiez, wo zwar auch viele Touristen rumliefen, diese aber nicht so hektisch durch die Gegend eilten. Sie wurden eher durch die Dinge, die man zu sehen bekam, abgelenkt: Peepshows, leicht bekleidete Frauen, Glücksspiele usw.

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