Der Zufall spielt Katz und Maus

Der siebteFall für Kommissar Z

Wer ist der Unbekannte, der Kommissar Z in ein perfides Spiel zwingt. Eine Tat nach der anderen kündigt der Verbrecher an und vergibt Punkte, je nachdem, ob Rainer Zufall die Tat verhindern kann oder nicht. Mit der Zeit wird klar, dass es sich um ein persönliches Motiv handeln muss. Aber welche Rolle spielt Yvonne Wilhelm, Rainers Traumfrau, in diesem Zusammenhang. Die Schlinge um Rainers Hals zieht sich enger. Kann er das Rätsel lösen?

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Prolog

 

Sehr verehrter Herr Kommissar Zufall (ein schöner Name übrigens).

Darf ich Sie zu einem kleinen Spielchen einladen? Ach, warum frage ich? Natürlich spielen Sie mit. Sonst würde es ja keinen Spaß machen. Und Spaß benötigen wir doch, oder?

Lies mehr

Hier kurz die Spielregeln: Ich werde eine Tat ankündigen. Das kann etwas ganz Harmloses sein wie ein kleines Feuerchen, ein wenig Gift in einen Verkaufsartikel oder so ähnlich, vielleicht aber auch etwas Schlimmeres. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie bekommen dann ein Zeitlimit von mir gesetzt, und wenn Sie es bis dahin schaffen, das Rätsel zu lösen und rechtzeitig am Tatort einzutreffen, dann bekommen Sie einen Punkt. Wenn nicht, bekomme ich einen Punkt. Um den Reiz zu erhöhen, setze ich den Preis hoch. Wenn Sie 10 Punkte haben, werde ich mich stellen, ohne Wenn und Aber. Falls ich aber vorher zehn Punkte erreiche, habe ich gewonnen. In diesem Fall stellen Sie sich mir entweder zur Verfügung oder ein paar Menschen sterben. Ist das nicht ein tolles Spiel? Ich weiß, es wird Ihnen gefallen. Morgen kommt das erste Rätsel. Seien Sie gespannt! Ach ja, ich bin doch kein Unmensch. Ich schenke Ihnen 2 Punkte Vorsprung. Das ist doch fair, oder?


Bis morgen zur ersten Spielrunde

 

Ihre Maus (Sie sind die Katze).

 

Die Mail trug den Absender Maeusespiel@gmail.com und hatte ein Bild im Anhang. Auf dem Bild waren Tom und Jerry abgebildet.

Verkleinern

Klassentreffen mit tödlichem Ausgang

Der sechste Fall für Kommissar Z

Was zu einem fröhlichen Wiedersehen nach 30 Jahren auf der Hochseeinsel Helgoland werden soll, entwickelt sich für die ehemaligen Klassenkameraden zu einem spannungsgeladenen Treffen mit tödlichem Ausgang. Ein Teilnehmer wird vergiftet. Die beiden Hamburger Kommissare Rainer Zufall und Britta Papadopoulos, die auch gerade ein Wochenende auf der Insel verbringen, ermitteln in dem Fall. Schnell stellt sich heraus, dass beinahe jeder der verbliebenen 12 ehemaligen Mitschüler ein Motiv für den Mord hätte. Gegenseitige Verdächtigungen werden laut und die Gruppe fällt immer mehr auseinander. Zwei weitere Anschläge bringen die Kommissare schließlich auf die richtige Spur.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Prolog

 

Es war ein schöner Tag im September. Dreizehn Frauen und Männer bereiteten sich auf ein Wiedersehen 30 Jahre nach ihrem Abitur vor.

Sie freuten sich auf das Treffen auf der Hochseeinsel Helgoland, zu dem sie gemeinsam von Hamburg aus starten wollten. Die wenigsten von ihnen hatten nach der Schulzeit noch Kontakt miteinander gehabt und waren gespannt, wie es den jeweils anderen ergangen war.

Nur eine Person hatte ein ganz spezielles Anliegen, das nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Zwölf nachhaltig verändern würde. Diese Person traf Vorbereitungen der besonderen Art. Es sollte ein denkwürdiges Klassentreffen werden und eine Abrechnung für 30 Jahre verpfuschtes Leben. Die Demütigung von damals war heute noch genauso präsent wie vor 30 Jahren und hatte das weitere Leben dieser Person nachhaltig geprägt. Dafür sollte der Übeltäter büßen und ein qualvolles Ende finden.

Lies mehr

Der Koffer war gepackt, in der Seitentasche verschwand das kleine Giftfläschchen, das ein unwürdiges Leben beenden sollte.

Verkleinern

TSB – Der Currywurstmord

Book Cover: TSB - Der Currywurstmord

An einem Samstag im September findet das jährliche Treffen der Thrillerspoilerbande (TSB), einer Facebook-Gruppe von Buchliebhabern, statt. Was entspannt und fröhlich beginnt, entwickelt sich urplötzlich zur Tragödie. Eine der Teilnehmerinnen stirbt nach dem Genuss einer XXL Currywurst. Der Autor, der ebenfalls an diesem Treffen teilnimmt, ruft seine Protagonisten, Kommissar Z und dessen Kollegin, zu Hilfe. Gemeinsam machen sie sich daran, den Fall zu lösen. Schnell kristallisieren sich Verdächtige heraus, doch das Motiv bleibt lange unklar. Erst nach vielen Gesprächen bringen die Ermittler Licht ins Dunkel.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Prolog

Sie freuten sich bereits monatelang auf dieses Treffen. Über eine Facebook-Gruppe hatten sie sich gefunden und ihre Leidenschaft für Bücher geteilt.

Die einen waren Autoren, solche Menschen, die sich die furchtbarsten Geschichten ausdachten, mit Mord und Totschlag, die einen etwas zurückhaltender, andere blutrünstig mit allen Schattenseiten menschlicher Abgründe.

Lies mehr

Dann gab es da die Blogger, Frauen und Männer, die ihre Zeit damit zubrachten, Bücher, die ihnen zugeschickt wurden, zu lesen, um danach ihr Urteil darüber zu fällen, himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt oder irgendetwas dazwischen. Jeder Autor sah dem Urteil des Bloggers oder der Bloggerin mit Bangen und gemischten Gefühlen entgegen und sah hinterher Sterne: Ein Stern = Katastrophe, völliger Verriss. Zwei Sterne = Nicht ganz schlecht, aber kann man besser machen. Drei Sterne = netter Versuch, aber du musst noch üben. Vier Sterne = Schon gut, aber mit Luft nach oben. Fünf Sterne = Super Buch, Party, Yeah, du hast es geschafft.

Und dann gab es da noch die Leser, die Menschen, die Berge von Büchern oder gigaweise ebooks anhäuften, bei Wind und Wetter, bei Sonne und Regen, morgens, mittags und abends Lesestoff bewältigten und an keiner Buchhandlung vorbeikamen, ohne nicht mindestens fünf neue Bücher rauszuschleppen.

Diese Truppe fand sich also an einem schönen und heißen Samstag im September in einem Restaurant in Hamburg wieder. Dieses Restaurant hieß bezeichnenderweise "August", was im Vorfeld bei einigen zu leichter Verwirrung führte. Die beiden Initiatoren des Treffens, Simone und Peter, Decknamen, wie sich später herausstellte, waren schon vorher angereist und hatten bereits die Speisekarte durchprobiert. Ich sage nur: XXL Currywurst!

Und dann war es so weit. Um 16 Uhr sollte Treffpunkt im "August" sein. Einige Mitglieder der Gruppe hatten nachmittags noch eine Hafenrundfahrt unternommen, sodass die Teilnehmer erst nach und nach eintröpfelten, jedes Mal freudig begrüßt von den bereits Eingetroffenen. Auch ich war bereits kurz vor 16 Uhr angekommen, begrüßte die Neuankömmlinge, von denen ich bis dahin fast niemanden kannte.

Ich blickte den kommenden Stunden mit Freude entgegen. Wie hätte ich auch ahnen sollen, welche Tragödie uns an diesem Tag in Atem halten sollte. Die berühmte XXL Currywurst würde dabei die Hauptrolle spielen.

Verkleinern

Tödliche Haarpracht: Der vierte Fall für Kommissar Z.

Der vierte Fall für Kommissar Z

In seinem vierten Fall erfährt der junge Kommissar, was ein Haarfetischist ist.
Ein mysteriöser Mord an einer Friseurin, deren schwarzen Haare abgeschnitten wurden und verschwunden sind, stellt Kommissar Rainer Zufall und seine Kollegin vor ein Rätsel. Als eine zweite Frau das gleiche Schicksal erleidet, ist den Kommissaren schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handelt, der es auf schwarzhaarige Opfer abgesehen hat. Nun fürchtet der Kommissar auch um das Leben seiner schwarzhaarigen Kollegin.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Mit geübten Schnitten brachte die Friseurin Katja Braun die struppigen Haare ihres Kunden in Form. Der blonde Mann war kurz vor Feierabend in den Salon gestürmt und hatte gefleht, noch drangenommen zu werden.
Katja hatte eigentlich pünktlich schließen wollen, denn sie war mit ihrer besten Freundin Silke Freier zu einem Mädelsabend verabredet. Es war schon eine Tradition, dass sie sich donnerstags zum Essen und Quatschen trafen.
Katja Braun hatte auf die Uhr geschaut und kurz geseufzt. Es würde knapp werden mit der Verabredung, aber wenn sie sich sputete, dann könnte sie noch um 19.30 Uhr bei ihrer Freundin sein. Also hatte sie sich breitschlagen lassen und den Mann noch bedient.
»So, mein Herr, das wäre es dann.« Schwungvoll nahm sie den Frisierumhang hoch und schüttelte die Haare auf den Boden, um sie später wegzufegen.
Der Mann stand langsam auf und folgte der Frau zum Tresen.

Lies mehr

»Das macht dann 18 Euro 50«, verkündete die Friseurin und erwartete, dass ihr Kunde seine Geldbörse zückte, um sie zu bezahlen.
»Sie haben wunderschöne Haare«, erwiderte der, ohne Anstalten zu machen, der Aufforderung zum Bezahlen nachzukommen.
»Ja.« Katja Braun sah ihn an und war etwas irritiert.
»Können Sie mir nicht eine Strähne davon abschneiden?« Der Mann sah sie fasziniert aus plötzlich funkelnden Augen an.
»Nein, warum sollte ich das tun?« Katja Braun wurde immer verwirrter. Was wollte der Kerl von ihr?
Der Mann griff über die Theke, um ihr Haar anzufassen.
»Was wollen Sie?« Er wurde ihr immer unheimlicher.
»Deine Haare«, antwortete er versonnen. Sein Lächeln wirkte unheimlich.
»Bitte zahlen Sie. Ich muss gleich weg, habe noch einen Termin.« Sie trat einen Schritt zurück, um zu verhindern, dass er sie anfasste. Der Mann lächelte immer mehr und ging um den Tresen herum. Katja Braun wurde heiß und kalt.
Der Blonde stand vor ihr, griff ihr an den Kopf und sah sie wie entrückt an.
»Hallo! Lassen Sie das?« Sie versuchte ihn wegzuschieben, doch plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Er packte ihre Arme. Der Griff fühlte sich an wie ein Schraubstock. Sie versuchte, sich zu wehren, aber er umklammerte sie und hielt ihr den Mund zu, als sie versuchte zu schreien.

Verkleinern

Sagenhaft böse

teilweise tödlich - Band 5

Book Cover: Sagenhaft böse

Erinnern Sie sich noch an die Helden und starken Frauen der alten Sagen? Sie prägten unser Gefühl für Gut und Böse und halfen uns das Unfassbare zu verstehen. Die Gestalten aus der nebulösen Vergangenheit können auch heute noch zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen oder vor zukünftigem Unheil warnen. Hauptsache, sie geraten nicht in Vergessenheit und wir nutzen ihr Wissen.
Denn was treibt die ’Weiße Frau’ auf den Bahnübergang in Wittenberg? Während ihre Kollegin in Ostfriesland auftaucht …
Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie unsere 20 neuen Kriminalfälle, die zwar – wie gewohnt – böse sind, aber nicht immer tödlich enden.

Published:
Publisher: Fehnland-Verlag
Genres:
Tags:
Excerpt:

Rache für Klaus Störtebeker

Lies mehr

Mit einem gezielten Hieb trennte er den Kopf vom Körper und steckte Rumpf und Kopf in seine große Tasche. Die Terrassentür ließ sich leicht aufhebeln. Der Mann mit der Augenklappe grinste, als er die Tür aufschob und das vollgestopfte Wohnzimmer betrat. Im Haus stank es förmlich nach Reichtum. Er hatte beobachtet, wie sie die Wohnung verlassen hatten, um irgendwohin zu fahren. Er hoffte nur, dass sie sich und ihm Zeit lassen würden.Lautlos stieg er die Treppe hoch, wo sich nach seiner Vermutung Schlafzimmer und Arbeitszimmer des reichen Paares befanden. Richtig, da war das Schlafzimmer. Er konnte sein Glück kaum fassen. Die Dame des Hauses hatte anscheinend diverse Schmuckstücke ausprobiert, bevor sie sich entschieden hatte. Zum Wegräumen war keine Zeit mehr geblieben. Da würde er der Dame helfen.
Im Arbeitszimmer des Gatten hatte er bereits nach wenigen Sekunden die Schubladen aufgebrochen. In einer davon entdeckte er ein Bündel Geldscheine. Lächelnd steckte er es auch ein. Ohne große Eile ging er hinunter, öffnete seine Tasche und hinterließ seinen Gruß: Eine Piratenpuppe mit abgeschlagenem Kopf und einen kleinen Zettel mit der Aufschrift »Schönen Gruß, Rache für Klaus Störtebeker«.

* * *

»Unser Freund hat wieder zugeschlagen.« Kommissarin Cornelia Schubert knallte den Bericht ihrem Kollegen Hans Weller auf den Tisch.
Der Kommissar blickte von seinem Bildschirm hoch. »Unser Pirat?«
Sie nickte. »Ganz genau: der neue Klaus Störtebeker.«
»Das war jetzt seine achte Tat?«
»Seine neunte, genau genommen. Der Kerl tanzt uns auf der Nase rum. Er hinterlässt keine Spuren, nur sein geköpftes Piratenpüppchen und einen Hinweis auf Klaus Störtebeker.«
»Und man weiß nicht, woher er diese Puppen bekommt?! Dass er nicht langsam genug hat. Da ist einiges zusammengekommen. Wofür braucht er so viel Geld?«
Cornelia Schubert schüttelte erst den Kopf und nickte dann. »Nein und Ja.« Sie trank einen Schluck ihrer Apfelschorle. »Nein, woher er diese Puppen hat, haben wir noch nicht herausbekommen. Wir suchen intensiv weiter. Aber das Geld scheint er nicht alles für sich zu behalten. Gerade hat sich eine Hartz4-Empfängerin gemeldet, dass sie in ihrem Briefkasten einen Umschlag mit 1.000 Euro gefunden hat. Und einen Gruß von K.S.«
»Klaus Störtebeker!« Er sah seine Kollegin erstaunt an. »Der beklaut reiche Leute, um es an Bedürftige zu verteilen?!«
»So sieht es aus. Und das ergibt für mich die Fragen: Woher weiß er, wer wann zuhause ist? Und viel wichtiger: Woher weiß er, wer Hartz4-Empfänger ist?«
»Gute Frage: Der Mann muss recht gut informiert sein oder gut beobachten können. Wissen wir noch von mehr Leuten, denen er etwas hat zukommen lassen?«
»Bisher nicht. Die meisten werden sich nicht melden, wenn er ihnen etwas gibt. Und sie werden hoffen, dass wir ihn nicht so schnell schnappen.«
»Vielleicht klappern wir mal ein paar Obdachlosentreffs ab. Möglicherweise war er da ja auch schon.«
»Du kannst richtig gute Ideen haben«, sagte sie lachend. Weller boxte sie in die Seite.
»Ganz schön frech, junge Frau.« Sie nahmen sich ihre Jacken und machten sich auf den Weg.

...

Verkleinern

Das Böse kennt keine Grenzen

teilweise tödlich Band 4

Book Cover: Das Böse kennt keine Grenzen

Sie haben es wieder getan. Bereits zum vierten Mal erzählen Mitglieder der "AutorenGruppe Tödlich" (AGT) kurze, spannende Krimis. Sie werden in ausgesuchte Regionen entführt und erkennen: Das Böse lauert überall! Auf Burgen ebenso wie an Seen, im Wald oder am Rhein, ja selbst im Museum. Sie werden einen Botanischen Garten nie wieder unbefangen betreten können, und auch keine Altstadtvilla mehr betrachten, ohne an diese Geschichten zu denken. Natürlich enden auch die Erzählungen in Band 4 nur 'teilweise tödlich'.

Published:
Publisher: Fehnland-Verlag
Genres:
Tags:
Excerpt:

Die unbewohnte Stadtvilla

Ich hatte es mir angewöhnt, jeden Tag einen Spaziergang zu machen, denn Bewegung soll ja gesund sein, vor allem wenn man wie ich viel am Schreibtisch sitzt.

Wie so häufig führte mich mein Weg auch heute durch die ruhige Siedlung vorbei an kleinen Bungalows, die zumeist durch hohe Hecken vor neugierigen Blicken abgeschirmt wurden. Und da war sie wieder, diese heruntergekommene Stadtvilla, die schon bessere Tage gesehen hatte. An den Fenstern hingen keine Gardinen, an den Mauern rankte Efeu und sie machte auf mich einen unbewohnten Eindruck seit ich sie bei meinen Wanderungen bemerkt hatte.

Lies mehr

Der Wind war heute besonders kalt. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke noch etwas höher und ließ meinen Blick über die Villa schweifen. Etwas war anders heute. Plötzlich fiel es mir auf. Hinter einem der oberen Fenster brannte Licht. Mit klopfendem Herzen blieb ich stehen und spähte vorsichtig zum Haus. Der Vorplatz und die Auffahrt waren leer. Weder ein Auto, noch ein Fahrrad war zu erkennen. Kurze Zeit später erlosch das Licht. Ich setzte meinen Spaziergang fort, doch blieb ich nach ein paar Metern wieder stehen und wartete, ob jemand die Villa verlassen würde. Meine Neugier war geweckt. Es wurde dunkel, aber nichts passierte. Hatte ich mir das Licht eingebildet?  Nein, ich war mir sicher. Nachdenklich kam ich zuhause an und beschloss, Näheres über diese Villa herauszufinden. Als Autor war ich immer auf der Suche nach Inspirationen.

Ich startete meinen Laptop und rief Google auf, um nach dieser Villa im schönen Eimsbüttel zu suchen. Bei Google findet man Pizzaservice, Prominews, alle möglichen nützlichen und weniger nützliche Informationen, aber über dieses Haus war nichts zu finden. Enttäuscht fuhr ich meinen Rechner herunter, setzte mich auf meinen Lieblingssessel und griff nach einem Buch. Ich versuchte zu lesen, aber die Begebenheit mit der Villa und dem geheimnisvollen Licht ging mir nicht aus dem Kopf. Ich bin zwar kein Abenteurer, aber mein Interesse war geweckt und ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Hätte ich es bloß gelassen.

Verkleinern

Kommissar am Abgrund: Der dritte Fall für Kommissar Z

Der dritte Fall für Kommissar Z

Ein Unglück kommt selten allein. Das gilt gerade für den jungen Kommissar Rainer Zufall. Nicht nur, dass er von einer Frau gestalkt wird. Plötzlich steht er als mutmaßlicher Vergewaltiger und Mörder da. Doch das ist noch lange nicht das Ende seines persönlichen Albtraums. Schließlich muss er sogar um sein Leben fürchten. Seine Kollegin unternimmt alles, um ihm zu helfen und gerät dabei selbst in Schwierigkeiten.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Die junge Frau kam mit Britta im Schlepptau völlig außer Atem ins Büro der Kommissare gestürmt. Erstaunt blickte Rainer auf, als die Tür aufgerissen wurde und sie sofort aufgeregt loslegte.

»Ich möchte Anzeige erstatten. Da bin ich hier richtig, oder? Sie sind doch von der Kriminalpolizei? Ist das hier die richtige Stelle?«.

Rainer Zufall musterte die Frau. Er schätzte sie auf vielleicht Mitte bis Ende zwanzig. Sie hatte brünette Haare, eine schlanke Figur und eine große Oberweite, die durch ein tief ausgeschnittenes T-Shirt nur leidlich bedeckt wurde. Am auffälligsten an ihr aber waren die Augen. Zum einen hatten sie ein tiefes Blau, zum anderen wurde ihre linke Gesichtshälfte von einem Veilchen dominiert.

Lies mehr

»Nun mal langsam, junge Dame«, erwiderte Britta Papadopoulos, die Rainer hinter dem Rücken der Frau einen entnervten Blick zuwarf und erklärend hinzufügte: »Ich habe sie zufällig unten beim Empfang aufgelesen und gleich mit hochgebracht, weil sie so aufgeregt war. Was ist passiert und wen wollen Sie anzeigen?«

Die junge Frau blickte von Rainer zu Britta, dann wieder zu Rainer.

»Meinen Ex-Freund, diesen brutalen Kerl.«

»War er das?«, fragte Rainer und deutete auf das Veilchen.

Die Augen der Brünetten blitzten kurz auf, als Rainer sie angesprochen hatte. Dann nickte sie.

»Ja.«

»Ist das zum ersten Mal passiert?«, fragte er sanft.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das erste Mal war vor drei Wochen.« Tränen traten ihr in die Augen.

»Und warum?«, hakte Britta nach.

»Klaus ist tierisch eifersüchtig. Ohne Grund«, fügte sie hinzu und probierte ein Lächeln in Rainers Richtung.

»Aber damals haben Sie ihn nicht angezeigt?«

Wieder schüttelte sie den Kopf.

»Warum nicht?« Brittas Ton war eine Spur schärfer geworden.

»Er hat sich sofort entschuldigt und gesagt, dass ihm die Hand ausgerutscht wäre.«

»Aha«, sagte Rainer. »Und seitdem hat er sie wieder geschlagen?«

Sie nickte.

»Okay, und jetzt möchten Sie ihn anzeigen?«, fragte Britta.

Wieder ein Nicken.

»Und Ihnen ist es ernst damit, ja?«

»Auf jeden Fall«, antwortete sie bestimmt und lächelte Rainer an.

»Das ist zwar eigentlich nicht unsere Aufgabe, aber gut, dann brauchen wir ein paar Informationen. Zunächst Ihren Namen und Ihr Alter.«

»Sophie, Sophie Albers«, begann sie und lächelte Rainer an. »Ich bin 28 Jahre alt.«

»Okay, wie heißt Ihr Freund?«

»Ex-Freund«, betonte sie in Rainers Richtung. »Klaus Bartels.«

Die beiden Kommissare nahmen die Anzeige auf.

»So, das wär`s«, beschloss Britta die Befragung.

»Und was passiert jetzt?«, fragte Sophie leicht irritiert.

»Wir werden Ihren Freund …«.

»Ex-Freund«, unterbrach sie die junge Frau.

»Also gut. Wir werden Ihren Ex-Freund vorladen und ihn mit den Vorwürfen konfrontieren.«

»Aber«, stotterte Sophie. »Aber was ist, wenn er mir jetzt auflauert? Kann ich nicht so etwas wie Polizeischutz bekommen?«

Britta schüttelte mit dem Kopf. »Es besteht ja keine Gefahr für Ihr Leben.«

»Aber ich habe Angst.« Panik schwang in ihrer Stimme mit. »Was ist, wenn er mir zuhause auflauert?«

»Hat er denn einen Wohnungsschlüssel?«

»Das nicht, aber wenn er vor meiner Tür steht, wenn ich nach Hause komme?«

»Dann verständigen Sie die Polizei.« Britta wandte sich ab, um ihr zu zeigen, dass das Gespräch für sie beendet war.

»Können Sie mich vielleicht nach Hause bringen? Dann würde ich mich sicherer fühlen.« Sie warf Rainer einen flehenden Blick zu.

Eigentlich fiel das nun wirklich nicht in Rainers Aufgabengebiet, aber der verzweifelte Blick der jungen Frau bewegte ihn.

»Das kann ein Kollege von uns übernehmen, Frau Albers.«

Die Frau sah ihn bittend an, sodass Rainer weich wurde.

»Okay, kann ich machen, aber mehr kann ich nicht für Sie tun.«

Britta warf ihm einen genervten Blick zu, den er versuchte zu ignorieren.

Sophie atmete dankbar auf. »Vielen Dank, Herr Kommissar.«

Sie fuhren zur Wohnung der jungen Frau im Hamburger Stadtteil Borgfelde. Rainer hielt direkt vor der Haustür und machte Anstalten, sich zu verabschieden.

»Können Sie vielleicht noch mit hineinkommen und sicherstellen, dass er nicht vor der Tür lauert?«, fragte Sophie und legte eine Hand auf seinen Arm. Rainer blickte sich genervt um und fuhr weiter, um einen Parkplatz zu suchen. Neben ihm seufzte die junge Frau und ein Lächeln überzog ihr Gesicht.

Nachdem er einen Parkplatz gefunden hatte, stiegen sie aus und betraten das Haus. Der Hausflur war leer. Als sie im zweiten Stock angekommen waren, suchte Sophie nach ihrem Schlüssel. Bevor sie öffnete, drehte sie sich zu Rainer um und fragte ihn: »Darf ich Ihnen noch etwas anbieten? Als kleine Entschädigung für Ihre Mühe?«

Rainer schüttelte den Kopf. »Nein, vielen Dank. Ich muss wirklich wieder zurück. Hier scheint ja alles in Ordnung zu sein.«

Man sah der Frau die Enttäuschung an. »Schade. Aber wenn ich noch mal Hilfe brauche, kann ich Sie dann anrufen?« Sie schenkte ihm einen hilflosen Blick.

»Wir werden Ihre Anzeige an die zuständigen Kollegen übergeben, die sich bei Ihnen melden werden. Bis dahin können Sie im Notfall bei mir anrufen.« Er reichte ihr eine Visitenkarte.

»Vielen Dank. Nun fühle ich mich schon viel besser.«

»Und kühlen Sie Ihr Veilchen«, warf er ihr noch zu, bevor er sich auf den Weg machte. Sophie Albers lächelte.

Als sie die Tür geöffnet und wieder hinter sich geschlossen hatte, blickte sie versonnen auf die Visitenkarte in ihrer Hand. Gab es Liebe auf den ersten Blick? Ab heute war sie überzeugt: Ja! Dieser gutaussehende Kommissar hatte es ihr angetan. Und der Begriff "Notfall" ließ sich doch sehr weit dehnen. Sie war entschlossen, bei ihm aufs Ganze zu gehen.

Rainer war mit seinen Gedanken schon wieder bei ihrem gerade abgeschlossenen Fall, als er sich auf den Weg zurück ins Präsidium machte. Die Sache mit dem selbsternannten Rächer, der Selbstjustiz geübt und mehrere Jugendliche misshandelt und schließlich sogar Menschen ermordet hatte, beschäftigte ihn immer noch. Er ahnte nicht, dass sein eigener Albtraum gerade seinen Anfang genommen hatte.

Verkleinern

Selbstjustiz: Der zweite Fall für Kommissar Z.

Hamburg-Krimi

Eine Reihe von Misshandlungen junger Männer hält Kriminalkommissar Rainer Zufall und seine Kollegen in Atem. Welches Motiv hat der Täter, der seinen Opfern ein Z in die Stirn ritzt? Ist es ein Racheakt? Aber wofür? Die Zeit wird knapp, denn die Taten werden immer brutaler und es ist nur eine Frage von Tagen, bis es Tote gibt. Aber das ist nicht die einzige Sorge der Kommissare. Lange haben die Kommissare keinen Ansatzpunkt, bis der Täter Fehler macht.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

PROLOG
Der Mann im dunklen Anzug blickte von seiner Zeitung auf und sah zu den Halbstarken hinüber, die andere Fahrgäste in der Bahn belästigten. Dieses Mal war es ein junges Mädchen, auf das es die beiden Rüpel abgesehen hatten.
»Nun hab dich doch nicht so, du willst es doch auch«, hörte er den einen der beiden sagen. Der junge Mann war höchstens zwanzig Jahre alt und hatte einen fast kahl rasierten Schädel. Er war zwar muskulös, aber nicht gerade ein Kraftprotz. Doch zusammen mit seinem etwa gleichaltrigen Freund fühlte er sich anscheinend stark. Der Freund, der ebenfalls nicht besonders kräftig wirkte und im Gegensatz zu seinem Kumpel lange Haare trug, griff zwar nicht selbst ein, aber ermunterte den anderen, das Mädchen zu küssen, und feuerte ihn an, als dieser die junge Frau weiter bedrängte.
Das Mädchen versuchte vergeblich, sich zu wehren, doch der mit den kurzen Haaren küsste die sich heftig wehrende Frau und griff ihr in den Ausschnitt.

Lies mehr

Der Mann im dunklen Anzug blickte sich um. Alle anderen Fahrgäste schauten betreten weg. Von denen war offenbar kein Eingreifen zu erwarten. Er überlegte, ob er selbst tätig werden sollte, fühlte sich den Beiden aber körperlich unterlegen und ließ es lieber bleiben. Doch er spürte wie sein Jagdfieber erwachte. Als die Bahn an der nächsten Station, Lattenkamp, anhielt und die beiden Halbstarken ausstiegen, knüllte der Mann seine Zeitung zusammen und ging ebenfalls auf den Ausstieg zu. Die junge Frau saß weinend auf ihrem Sitz und blickte den beiden jungen Männern voller Verzweiflung nach. Enttäuscht blickte sie auf die anderen Fahrgäste. Keiner war ihr zur Hilfe gekommen. Sie war ein hübsches Mädchen mit langen, blonden Haaren und einem sinnlichen Mund. Sie trug einen knappen, sehr knappen Rock, den diese Kerle anscheinend als Einladung interpretiert hatten. Die junge Frau knöpfte, so gut es trotz der abgerissenen Knöpfe ging, ihre Bluse zu. Ihr kurzer Rock war hochgeschoben, so dass man ihren Slip sehen konnte. Der Mann mit dem schwarzen Anzug warf ihr noch einen kurzen Blick zu und beeilte sich, den Kerlen zu folgen.
Die beiden Rüpel gingen zum Ausgang. Auf der Straße trennten sich ihre Wege. Der Mann im dunklen Anzug lächelte. So etwas hatte er gehofft. Er folgte dem jungen Kerl mit dem kahl rasierten Schädel. Der schien es nicht eilig zu haben, schlenderte scheinbar ziellos durch die Alsterdorfer Straße, breitbeinig und offensichtlich bester Laune. Als er an einem dunklen Hauseingang vorbeikam, war der Mann im dunklen Anzug plötzlich hinter ihm, zog einen Schlagring und streckte ihn mit einem gezielten Schlag zu Boden. Er schleifte den jungen Mann in ein nahegelegenes Gebüsch und blickte sich um. Anscheinend hatte niemand den Vorfall bemerkt. Er zog dem bewusstlosen Mann Pullover und T-Shirt aus und fesselte ihn. Danach entledigte er ihn auch seiner Jeans, Unterwäsche und Strümpfe und stopfte ihm die Strümpfe in den Mund. Anschließend rieb er den immer noch leblos Daliegenden mit Erde ein und ritzte ihm mit einem Messer ein großes Z auf die Stirn. Als letztes trat er dem Opfer mehrmals kräftig zwischen die Beine und betrachtete zufrieden sein Werk. Danach stand er auf, raffte die Kleidung des jungen Mannes zusammen, blickte sich noch einmal um und machte sich eilig davon. Kurz bevor er die Station Alsterdorf erreichte, warf er das Bündel in einen Müll-Container. Zufrieden lächelnd stieg er anschließend in die U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Sein Werk für heute war erledigt.

Verkleinern

Finstere Abgründe

13 spannende Kurzkrimis

Book Cover: Finstere Abgründe

Nichts ist so, wie es scheint, und Saturn dient als Mittel zum Zweck. Dem Morgenmuffel fällt seine Miesepetrigkeit buchstäblich auf die Füße, während ein Sturmtief Ungeahntes aufdeckt. Ein geheimnisvoller Beobachter amüsiert sich beim Verlesen des letzten Willens, während ein Lied von Rio Reiser einem Mann für immer ein Trauma beschert. Freunde und Schrottpressen passen schlicht nicht zusammen. Eine Nachbarschaftswache fördert Überraschungen zutage, und eine Rache übende Tochter weckt die Geister der Vergangenheit in sich. In diesem Sinne vertrauen Sie Ihrem sprechenden Pferd und konsumieren Sie nur den besten Whiskey mit Ihren Liebsten.
Die Autoren laden Sie in ihrem dritten Sammelband zu einer Exkursion in finstere Abgründe ein. Folgen Sie ihnen?

Published:
Publisher: Fehnland-Verlag
Genres:
Tags:
Excerpt:

Die Einbruchsserie

von Roland Blümel

Irgendetwas hatte sie geweckt. Mit klopfendem Herzen saß Carina aufrecht im Bett und fragte sich, was sie gehört hatte. Sie musste an die Einbruchsserie denken, die seit einigen Wochen die Siedlung, in der sie lebte, in Unruhe versetzte.

Carina lauschte. Wie gern hätte sie Markus jetzt hier gehabt, aber seit er vor einigen Wochen einen neuen Job angetreten hatte, war er ständig auf Dienstreise.

Waren da nicht Schritte zu hören? Carina hielt den Atem an. Was sollte sie jetzt tun? Ihr Smartphone lag auf der Kommode und um es zu erreichen, hätte sie aufstehen müssen. Doch das traute sie sich nicht. Sie wollte kein Geräusch verursachen, um den vermeintlichen Einbrecher nicht auf sich aufmerksam zu machen.

Lies mehr

Da fiel ihr Florian ein, ihr kleiner 4-jähriger Sohn. Meine Güte, wenn ihm was passieren würde, das könnte sie sich nicht verzeihen. Waren da nicht leise Schritte im Flur zu hören? War der Einbrecher jetzt nach oben gekommen? Sie wollte sich gerade vorsichtig aus dem Bett erheben, als sie zu ihrem Entsetzen sah, wie die Klinke ihrer Zimmertür langsam heruntergedrückt wurde.

Erstarrt hielt sie in der Bewegung inne und blickte auf die Tür, die sich langsam öffnete. Panik erfasste sie.

»Mami, ich kann nicht schlafen", hörte sie den vermeintlichen Einbrecher sagen. Florian kam ins Schlafzimmer und sprang zu seiner Mutter ins Bett. Sie schloss ihn vor Erleichterung in die Arme.

Meine Nerven liegen echt blank, dachte sie, als sie sich mit ihrem Sohn wieder unter die warme Decke kuschelte. Wenn doch bloß Markus hier wäre. Ich werde am Wochenende mal mit ihm sprechen, ob er sich nicht einen anderen Job suchen kann, wo er nicht so viel verreisen müsste. Aber seine neue Arbeit war auf jeden Fall sehr einträglich. So viel Geld wie im Moment hatten sie noch nie gehabt. Aber Geld ist nicht alles, dachte sie.

Langsam beruhigte sich ihr Herzschlag und sie zog ihren Sohn erleichtert an sich.

»Dann schlaf jetzt schön weiter, mein Engel", flüsterte sie ihm zu und schloss die Augen.

Ein lautes Poltern im Erdgeschoss ließ sie kurze Zeit später erneut zusammenzucken. Was war das? Schlich doch ein Einbrecher in ihrem Haus herum? Florian war anscheinend sofort wieder eingeschlafen und hatte den Lärm nicht gehört. Aber Carina war sicher, dass sie sich den Radau nicht eingebildet hatte. Doch um nichts in der Welt würde sie jetzt nachschauen.

Verkleinern

Teilweise Tödlich

18 spannende Kurzkrimis

Book Cover: Teilweise Tödlich

Diese Sammlung gruseliger, historischer, skurriler Kurzgeschichten lässt das Herz jedes Krimifreundes höherschlagen. Auch wenn sie nicht immer tödlich enden, perfide sind sie allemal. Natürlich die Stories, nicht die AutorInnen. Lesehäppchen für zwischendurch, die garantiert nicht dick machen, aber Wartezeiten überbrücken, die Kaffeepause würzen und Ausreden liefern, wenn Sie einen Termin verpassen. Ob man sie auch vor dem Einschlafen lesen kann, müssen Sie selbst entscheiden.

Published:
Genres:
Tags:
Excerpt:

Ein verhängnisvoller Diebstahl

von Roland Blümel

Seit sie denken konnten, waren Leo und Ronny dickste Freunde. Sie waren zusammen zur Schule gegangen, hatten vieles unternommen und nach der Schule beschlossen, sich ihren Lebensunterhalt mit Taschendiebstahl zu verdienen.

Beide waren gut darin, aber Ronny war nahezu brillant. Er konnte einem Passanten die Armbanduhr abnehmen, ohne dass der etwas davon bemerkte.

Sie waren noch nie erwischt worden und ihre Diebstähle waren ein einträgliches Geschäft, mit dem sie sich gut über Wasser halten konnten.

Leo hatte immer wieder seine Zweifel, ob sie nicht lieber damit aufhören und eine vernünftige Arbeit aufnehmen sollten. Aber Ronny wischte diese Fragen beiseite.

Lies mehr

»Wir leben doch gut so. Und das bisschen, was wir den Leuten abnehmen, merken die doch gar nicht. Ich hab jedenfalls keine Lust, jeden morgen früh aufzustehen, zu einer öden Arbeit zu rennen, um abends müde und platt nach Hause zu kommen und mich vor die Glotze zu hauen.«

Ronny konnte sehr überzeugend sein, und Leo gab jedes Mal nach. Mittlerweile hatten sie sich auf Arbeitsteilung geeinigt. Leo guckte die Opfer aus, stand abseits und passte auf. Ronny griff den Leuten in die Taschen, in die Jacken, wo auch immer er Wertgegenstände, Portemonnaies oder Geld vermutete. Und wenn es tatsächlich mal jemand mitbekam und Ronny verfolgen wollte, stellte sich Leo wie zufällig in den Weg und ließ sich über den Haufen rennen.

Das war die ganzen vier Jahre seit sie das machten gut gegangen. Zumeist war ihr Revier der Hamburger Hauptbahnhof, wo viele Menschen täglich durch die Gegend hetzten und es turbulent zuging, sodass sie leichtes Spiel hatten.

Aber dann meinte Ronny, er bräuchte mal eine neue Herausforderung und so verlegten sie ihr »Arbeitsgebiet« auf den Kiez, wo zwar auch viele Touristen rumliefen, diese aber nicht so hektisch durch die Gegend eilten. Sie wurden eher durch die Dinge, die man zu sehen bekam, abgelenkt: Peepshows, leicht bekleidete Frauen, Glücksspiele usw.

Verkleinern