Der Zufall spielt Katz und Maus

Der siebteFall für Kommissar Z

Wer ist der Unbekannte, der Kommissar Z in ein perfides Spiel zwingt. Eine Tat nach der anderen kündigt der Verbrecher an und vergibt Punkte, je nachdem, ob Rainer Zufall die Tat verhindern kann oder nicht. Mit der Zeit wird klar, dass es sich um ein persönliches Motiv handeln muss. Aber welche Rolle spielt Yvonne Wilhelm, Rainers Traumfrau, in diesem Zusammenhang. Die Schlinge um Rainers Hals zieht sich enger. Kann er das Rätsel lösen?

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Prolog

 

Sehr verehrter Herr Kommissar Zufall (ein schöner Name übrigens).

Darf ich Sie zu einem kleinen Spielchen einladen? Ach, warum frage ich? Natürlich spielen Sie mit. Sonst würde es ja keinen Spaß machen. Und Spaß benötigen wir doch, oder?

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Hier kurz die Spielregeln: Ich werde eine Tat ankündigen. Das kann etwas ganz Harmloses sein wie ein kleines Feuerchen, ein wenig Gift in einen Verkaufsartikel oder so ähnlich, vielleicht aber auch etwas Schlimmeres. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie bekommen dann ein Zeitlimit von mir gesetzt, und wenn Sie es bis dahin schaffen, das Rätsel zu lösen und rechtzeitig am Tatort einzutreffen, dann bekommen Sie einen Punkt. Wenn nicht, bekomme ich einen Punkt. Um den Reiz zu erhöhen, setze ich den Preis hoch. Wenn Sie 10 Punkte haben, werde ich mich stellen, ohne Wenn und Aber. Falls ich aber vorher zehn Punkte erreiche, habe ich gewonnen. In diesem Fall stellen Sie sich mir entweder zur Verfügung oder ein paar Menschen sterben. Ist das nicht ein tolles Spiel? Ich weiß, es wird Ihnen gefallen. Morgen kommt das erste Rätsel. Seien Sie gespannt! Ach ja, ich bin doch kein Unmensch. Ich schenke Ihnen 2 Punkte Vorsprung. Das ist doch fair, oder?


Bis morgen zur ersten Spielrunde

 

Ihre Maus (Sie sind die Katze).

 

Die Mail trug den Absender Maeusespiel@gmail.com und hatte ein Bild im Anhang. Auf dem Bild waren Tom und Jerry abgebildet.

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Klassentreffen mit tödlichem Ausgang

Der sechste Fall für Kommissar Z

Was zu einem fröhlichen Wiedersehen nach 30 Jahren auf der Hochseeinsel Helgoland werden soll, entwickelt sich für die ehemaligen Klassenkameraden zu einem spannungsgeladenen Treffen mit tödlichem Ausgang. Ein Teilnehmer wird vergiftet. Die beiden Hamburger Kommissare Rainer Zufall und Britta Papadopoulos, die auch gerade ein Wochenende auf der Insel verbringen, ermitteln in dem Fall. Schnell stellt sich heraus, dass beinahe jeder der verbliebenen 12 ehemaligen Mitschüler ein Motiv für den Mord hätte. Gegenseitige Verdächtigungen werden laut und die Gruppe fällt immer mehr auseinander. Zwei weitere Anschläge bringen die Kommissare schließlich auf die richtige Spur.

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Prolog

 

Es war ein schöner Tag im September. Dreizehn Frauen und Männer bereiteten sich auf ein Wiedersehen 30 Jahre nach ihrem Abitur vor.

Sie freuten sich auf das Treffen auf der Hochseeinsel Helgoland, zu dem sie gemeinsam von Hamburg aus starten wollten. Die wenigsten von ihnen hatten nach der Schulzeit noch Kontakt miteinander gehabt und waren gespannt, wie es den jeweils anderen ergangen war.

Nur eine Person hatte ein ganz spezielles Anliegen, das nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Zwölf nachhaltig verändern würde. Diese Person traf Vorbereitungen der besonderen Art. Es sollte ein denkwürdiges Klassentreffen werden und eine Abrechnung für 30 Jahre verpfuschtes Leben. Die Demütigung von damals war heute noch genauso präsent wie vor 30 Jahren und hatte das weitere Leben dieser Person nachhaltig geprägt. Dafür sollte der Übeltäter büßen und ein qualvolles Ende finden.

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Der Koffer war gepackt, in der Seitentasche verschwand das kleine Giftfläschchen, das ein unwürdiges Leben beenden sollte.

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TSB – Der Currywurstmord

Book Cover: TSB - Der Currywurstmord

An einem Samstag im September findet das jährliche Treffen der Thrillerspoilerbande (TSB), einer Facebook-Gruppe von Buchliebhabern, statt. Was entspannt und fröhlich beginnt, entwickelt sich urplötzlich zur Tragödie. Eine der Teilnehmerinnen stirbt nach dem Genuss einer XXL Currywurst. Der Autor, der ebenfalls an diesem Treffen teilnimmt, ruft seine Protagonisten, Kommissar Z und dessen Kollegin, zu Hilfe. Gemeinsam machen sie sich daran, den Fall zu lösen. Schnell kristallisieren sich Verdächtige heraus, doch das Motiv bleibt lange unklar. Erst nach vielen Gesprächen bringen die Ermittler Licht ins Dunkel.

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Prolog

Sie freuten sich bereits monatelang auf dieses Treffen. Über eine Facebook-Gruppe hatten sie sich gefunden und ihre Leidenschaft für Bücher geteilt.

Die einen waren Autoren, solche Menschen, die sich die furchtbarsten Geschichten ausdachten, mit Mord und Totschlag, die einen etwas zurückhaltender, andere blutrünstig mit allen Schattenseiten menschlicher Abgründe.

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Dann gab es da die Blogger, Frauen und Männer, die ihre Zeit damit zubrachten, Bücher, die ihnen zugeschickt wurden, zu lesen, um danach ihr Urteil darüber zu fällen, himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt oder irgendetwas dazwischen. Jeder Autor sah dem Urteil des Bloggers oder der Bloggerin mit Bangen und gemischten Gefühlen entgegen und sah hinterher Sterne: Ein Stern = Katastrophe, völliger Verriss. Zwei Sterne = Nicht ganz schlecht, aber kann man besser machen. Drei Sterne = netter Versuch, aber du musst noch üben. Vier Sterne = Schon gut, aber mit Luft nach oben. Fünf Sterne = Super Buch, Party, Yeah, du hast es geschafft.

Und dann gab es da noch die Leser, die Menschen, die Berge von Büchern oder gigaweise ebooks anhäuften, bei Wind und Wetter, bei Sonne und Regen, morgens, mittags und abends Lesestoff bewältigten und an keiner Buchhandlung vorbeikamen, ohne nicht mindestens fünf neue Bücher rauszuschleppen.

Diese Truppe fand sich also an einem schönen und heißen Samstag im September in einem Restaurant in Hamburg wieder. Dieses Restaurant hieß bezeichnenderweise "August", was im Vorfeld bei einigen zu leichter Verwirrung führte. Die beiden Initiatoren des Treffens, Simone und Peter, Decknamen, wie sich später herausstellte, waren schon vorher angereist und hatten bereits die Speisekarte durchprobiert. Ich sage nur: XXL Currywurst!

Und dann war es so weit. Um 16 Uhr sollte Treffpunkt im "August" sein. Einige Mitglieder der Gruppe hatten nachmittags noch eine Hafenrundfahrt unternommen, sodass die Teilnehmer erst nach und nach eintröpfelten, jedes Mal freudig begrüßt von den bereits Eingetroffenen. Auch ich war bereits kurz vor 16 Uhr angekommen, begrüßte die Neuankömmlinge, von denen ich bis dahin fast niemanden kannte.

Ich blickte den kommenden Stunden mit Freude entgegen. Wie hätte ich auch ahnen sollen, welche Tragödie uns an diesem Tag in Atem halten sollte. Die berühmte XXL Currywurst würde dabei die Hauptrolle spielen.

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Tödliche Haarpracht: Der vierte Fall für Kommissar Z.

Der vierte Fall für Kommissar Z

In seinem vierten Fall erfährt der junge Kommissar, was ein Haarfetischist ist.
Ein mysteriöser Mord an einer Friseurin, deren schwarzen Haare abgeschnitten wurden und verschwunden sind, stellt Kommissar Rainer Zufall und seine Kollegin vor ein Rätsel. Als eine zweite Frau das gleiche Schicksal erleidet, ist den Kommissaren schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handelt, der es auf schwarzhaarige Opfer abgesehen hat. Nun fürchtet der Kommissar auch um das Leben seiner schwarzhaarigen Kollegin.

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Mit geübten Schnitten brachte die Friseurin Katja Braun die struppigen Haare ihres Kunden in Form. Der blonde Mann war kurz vor Feierabend in den Salon gestürmt und hatte gefleht, noch drangenommen zu werden.
Katja hatte eigentlich pünktlich schließen wollen, denn sie war mit ihrer besten Freundin Silke Freier zu einem Mädelsabend verabredet. Es war schon eine Tradition, dass sie sich donnerstags zum Essen und Quatschen trafen.
Katja Braun hatte auf die Uhr geschaut und kurz geseufzt. Es würde knapp werden mit der Verabredung, aber wenn sie sich sputete, dann könnte sie noch um 19.30 Uhr bei ihrer Freundin sein. Also hatte sie sich breitschlagen lassen und den Mann noch bedient.
»So, mein Herr, das wäre es dann.« Schwungvoll nahm sie den Frisierumhang hoch und schüttelte die Haare auf den Boden, um sie später wegzufegen.
Der Mann stand langsam auf und folgte der Frau zum Tresen.

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»Das macht dann 18 Euro 50«, verkündete die Friseurin und erwartete, dass ihr Kunde seine Geldbörse zückte, um sie zu bezahlen.
»Sie haben wunderschöne Haare«, erwiderte der, ohne Anstalten zu machen, der Aufforderung zum Bezahlen nachzukommen.
»Ja.« Katja Braun sah ihn an und war etwas irritiert.
»Können Sie mir nicht eine Strähne davon abschneiden?« Der Mann sah sie fasziniert aus plötzlich funkelnden Augen an.
»Nein, warum sollte ich das tun?« Katja Braun wurde immer verwirrter. Was wollte der Kerl von ihr?
Der Mann griff über die Theke, um ihr Haar anzufassen.
»Was wollen Sie?« Er wurde ihr immer unheimlicher.
»Deine Haare«, antwortete er versonnen. Sein Lächeln wirkte unheimlich.
»Bitte zahlen Sie. Ich muss gleich weg, habe noch einen Termin.« Sie trat einen Schritt zurück, um zu verhindern, dass er sie anfasste. Der Mann lächelte immer mehr und ging um den Tresen herum. Katja Braun wurde heiß und kalt.
Der Blonde stand vor ihr, griff ihr an den Kopf und sah sie wie entrückt an.
»Hallo! Lassen Sie das?« Sie versuchte ihn wegzuschieben, doch plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Er packte ihre Arme. Der Griff fühlte sich an wie ein Schraubstock. Sie versuchte, sich zu wehren, aber er umklammerte sie und hielt ihr den Mund zu, als sie versuchte zu schreien.

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Das Böse kennt keine Grenzen

teilweise tödlich Band 4

Book Cover: Das Böse kennt keine Grenzen

Sie haben es wieder getan. Bereits zum vierten Mal erzählen Mitglieder der "AutorenGruppe Tödlich" (AGT) kurze, spannende Krimis. Sie werden in ausgesuchte Regionen entführt und erkennen: Das Böse lauert überall! Auf Burgen ebenso wie an Seen, im Wald oder am Rhein, ja selbst im Museum. Sie werden einen Botanischen Garten nie wieder unbefangen betreten können, und auch keine Altstadtvilla mehr betrachten, ohne an diese Geschichten zu denken. Natürlich enden auch die Erzählungen in Band 4 nur 'teilweise tödlich'.

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Publisher: Fehnland-Verlag
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Die unbewohnte Stadtvilla

Ich hatte es mir angewöhnt, jeden Tag einen Spaziergang zu machen, denn Bewegung soll ja gesund sein, vor allem wenn man wie ich viel am Schreibtisch sitzt.

Wie so häufig führte mich mein Weg auch heute durch die ruhige Siedlung vorbei an kleinen Bungalows, die zumeist durch hohe Hecken vor neugierigen Blicken abgeschirmt wurden. Und da war sie wieder, diese heruntergekommene Stadtvilla, die schon bessere Tage gesehen hatte. An den Fenstern hingen keine Gardinen, an den Mauern rankte Efeu und sie machte auf mich einen unbewohnten Eindruck seit ich sie bei meinen Wanderungen bemerkt hatte.

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Der Wind war heute besonders kalt. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke noch etwas höher und ließ meinen Blick über die Villa schweifen. Etwas war anders heute. Plötzlich fiel es mir auf. Hinter einem der oberen Fenster brannte Licht. Mit klopfendem Herzen blieb ich stehen und spähte vorsichtig zum Haus. Der Vorplatz und die Auffahrt waren leer. Weder ein Auto, noch ein Fahrrad war zu erkennen. Kurze Zeit später erlosch das Licht. Ich setzte meinen Spaziergang fort, doch blieb ich nach ein paar Metern wieder stehen und wartete, ob jemand die Villa verlassen würde. Meine Neugier war geweckt. Es wurde dunkel, aber nichts passierte. Hatte ich mir das Licht eingebildet?  Nein, ich war mir sicher. Nachdenklich kam ich zuhause an und beschloss, Näheres über diese Villa herauszufinden. Als Autor war ich immer auf der Suche nach Inspirationen.

Ich startete meinen Laptop und rief Google auf, um nach dieser Villa im schönen Eimsbüttel zu suchen. Bei Google findet man Pizzaservice, Prominews, alle möglichen nützlichen und weniger nützliche Informationen, aber über dieses Haus war nichts zu finden. Enttäuscht fuhr ich meinen Rechner herunter, setzte mich auf meinen Lieblingssessel und griff nach einem Buch. Ich versuchte zu lesen, aber die Begebenheit mit der Villa und dem geheimnisvollen Licht ging mir nicht aus dem Kopf. Ich bin zwar kein Abenteurer, aber mein Interesse war geweckt und ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Hätte ich es bloß gelassen.

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Kommissar am Abgrund: Der dritte Fall für Kommissar Z

Der dritte Fall für Kommissar Z

Ein Unglück kommt selten allein. Das gilt gerade für den jungen Kommissar Rainer Zufall. Nicht nur, dass er von einer Frau gestalkt wird. Plötzlich steht er als mutmaßlicher Vergewaltiger und Mörder da. Doch das ist noch lange nicht das Ende seines persönlichen Albtraums. Schließlich muss er sogar um sein Leben fürchten. Seine Kollegin unternimmt alles, um ihm zu helfen und gerät dabei selbst in Schwierigkeiten.

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Die junge Frau kam mit Britta im Schlepptau völlig außer Atem ins Büro der Kommissare gestürmt. Erstaunt blickte Rainer auf, als die Tür aufgerissen wurde und sie sofort aufgeregt loslegte.

»Ich möchte Anzeige erstatten. Da bin ich hier richtig, oder? Sie sind doch von der Kriminalpolizei? Ist das hier die richtige Stelle?«.

Rainer Zufall musterte die Frau. Er schätzte sie auf vielleicht Mitte bis Ende zwanzig. Sie hatte brünette Haare, eine schlanke Figur und eine große Oberweite, die durch ein tief ausgeschnittenes T-Shirt nur leidlich bedeckt wurde. Am auffälligsten an ihr aber waren die Augen. Zum einen hatten sie ein tiefes Blau, zum anderen wurde ihre linke Gesichtshälfte von einem Veilchen dominiert.

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»Nun mal langsam, junge Dame«, erwiderte Britta Papadopoulos, die Rainer hinter dem Rücken der Frau einen entnervten Blick zuwarf und erklärend hinzufügte: »Ich habe sie zufällig unten beim Empfang aufgelesen und gleich mit hochgebracht, weil sie so aufgeregt war. Was ist passiert und wen wollen Sie anzeigen?«

Die junge Frau blickte von Rainer zu Britta, dann wieder zu Rainer.

»Meinen Ex-Freund, diesen brutalen Kerl.«

»War er das?«, fragte Rainer und deutete auf das Veilchen.

Die Augen der Brünetten blitzten kurz auf, als Rainer sie angesprochen hatte. Dann nickte sie.

»Ja.«

»Ist das zum ersten Mal passiert?«, fragte er sanft.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, das erste Mal war vor drei Wochen.« Tränen traten ihr in die Augen.

»Und warum?«, hakte Britta nach.

»Klaus ist tierisch eifersüchtig. Ohne Grund«, fügte sie hinzu und probierte ein Lächeln in Rainers Richtung.

»Aber damals haben Sie ihn nicht angezeigt?«

Wieder schüttelte sie den Kopf.

»Warum nicht?« Brittas Ton war eine Spur schärfer geworden.

»Er hat sich sofort entschuldigt und gesagt, dass ihm die Hand ausgerutscht wäre.«

»Aha«, sagte Rainer. »Und seitdem hat er sie wieder geschlagen?«

Sie nickte.

»Okay, und jetzt möchten Sie ihn anzeigen?«, fragte Britta.

Wieder ein Nicken.

»Und Ihnen ist es ernst damit, ja?«

»Auf jeden Fall«, antwortete sie bestimmt und lächelte Rainer an.

»Das ist zwar eigentlich nicht unsere Aufgabe, aber gut, dann brauchen wir ein paar Informationen. Zunächst Ihren Namen und Ihr Alter.«

»Sophie, Sophie Albers«, begann sie und lächelte Rainer an. »Ich bin 28 Jahre alt.«

»Okay, wie heißt Ihr Freund?«

»Ex-Freund«, betonte sie in Rainers Richtung. »Klaus Bartels.«

Die beiden Kommissare nahmen die Anzeige auf.

»So, das wär`s«, beschloss Britta die Befragung.

»Und was passiert jetzt?«, fragte Sophie leicht irritiert.

»Wir werden Ihren Freund …«.

»Ex-Freund«, unterbrach sie die junge Frau.

»Also gut. Wir werden Ihren Ex-Freund vorladen und ihn mit den Vorwürfen konfrontieren.«

»Aber«, stotterte Sophie. »Aber was ist, wenn er mir jetzt auflauert? Kann ich nicht so etwas wie Polizeischutz bekommen?«

Britta schüttelte mit dem Kopf. »Es besteht ja keine Gefahr für Ihr Leben.«

»Aber ich habe Angst.« Panik schwang in ihrer Stimme mit. »Was ist, wenn er mir zuhause auflauert?«

»Hat er denn einen Wohnungsschlüssel?«

»Das nicht, aber wenn er vor meiner Tür steht, wenn ich nach Hause komme?«

»Dann verständigen Sie die Polizei.« Britta wandte sich ab, um ihr zu zeigen, dass das Gespräch für sie beendet war.

»Können Sie mich vielleicht nach Hause bringen? Dann würde ich mich sicherer fühlen.« Sie warf Rainer einen flehenden Blick zu.

Eigentlich fiel das nun wirklich nicht in Rainers Aufgabengebiet, aber der verzweifelte Blick der jungen Frau bewegte ihn.

»Das kann ein Kollege von uns übernehmen, Frau Albers.«

Die Frau sah ihn bittend an, sodass Rainer weich wurde.

»Okay, kann ich machen, aber mehr kann ich nicht für Sie tun.«

Britta warf ihm einen genervten Blick zu, den er versuchte zu ignorieren.

Sophie atmete dankbar auf. »Vielen Dank, Herr Kommissar.«

Sie fuhren zur Wohnung der jungen Frau im Hamburger Stadtteil Borgfelde. Rainer hielt direkt vor der Haustür und machte Anstalten, sich zu verabschieden.

»Können Sie vielleicht noch mit hineinkommen und sicherstellen, dass er nicht vor der Tür lauert?«, fragte Sophie und legte eine Hand auf seinen Arm. Rainer blickte sich genervt um und fuhr weiter, um einen Parkplatz zu suchen. Neben ihm seufzte die junge Frau und ein Lächeln überzog ihr Gesicht.

Nachdem er einen Parkplatz gefunden hatte, stiegen sie aus und betraten das Haus. Der Hausflur war leer. Als sie im zweiten Stock angekommen waren, suchte Sophie nach ihrem Schlüssel. Bevor sie öffnete, drehte sie sich zu Rainer um und fragte ihn: »Darf ich Ihnen noch etwas anbieten? Als kleine Entschädigung für Ihre Mühe?«

Rainer schüttelte den Kopf. »Nein, vielen Dank. Ich muss wirklich wieder zurück. Hier scheint ja alles in Ordnung zu sein.«

Man sah der Frau die Enttäuschung an. »Schade. Aber wenn ich noch mal Hilfe brauche, kann ich Sie dann anrufen?« Sie schenkte ihm einen hilflosen Blick.

»Wir werden Ihre Anzeige an die zuständigen Kollegen übergeben, die sich bei Ihnen melden werden. Bis dahin können Sie im Notfall bei mir anrufen.« Er reichte ihr eine Visitenkarte.

»Vielen Dank. Nun fühle ich mich schon viel besser.«

»Und kühlen Sie Ihr Veilchen«, warf er ihr noch zu, bevor er sich auf den Weg machte. Sophie Albers lächelte.

Als sie die Tür geöffnet und wieder hinter sich geschlossen hatte, blickte sie versonnen auf die Visitenkarte in ihrer Hand. Gab es Liebe auf den ersten Blick? Ab heute war sie überzeugt: Ja! Dieser gutaussehende Kommissar hatte es ihr angetan. Und der Begriff "Notfall" ließ sich doch sehr weit dehnen. Sie war entschlossen, bei ihm aufs Ganze zu gehen.

Rainer war mit seinen Gedanken schon wieder bei ihrem gerade abgeschlossenen Fall, als er sich auf den Weg zurück ins Präsidium machte. Die Sache mit dem selbsternannten Rächer, der Selbstjustiz geübt und mehrere Jugendliche misshandelt und schließlich sogar Menschen ermordet hatte, beschäftigte ihn immer noch. Er ahnte nicht, dass sein eigener Albtraum gerade seinen Anfang genommen hatte.

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Selbstjustiz: Der zweite Fall für Kommissar Z.

Hamburg-Krimi

Eine Reihe von Misshandlungen junger Männer hält Kriminalkommissar Rainer Zufall und seine Kollegen in Atem. Welches Motiv hat der Täter, der seinen Opfern ein Z in die Stirn ritzt? Ist es ein Racheakt? Aber wofür? Die Zeit wird knapp, denn die Taten werden immer brutaler und es ist nur eine Frage von Tagen, bis es Tote gibt. Aber das ist nicht die einzige Sorge der Kommissare. Lange haben die Kommissare keinen Ansatzpunkt, bis der Täter Fehler macht.

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PROLOG
Der Mann im dunklen Anzug blickte von seiner Zeitung auf und sah zu den Halbstarken hinüber, die andere Fahrgäste in der Bahn belästigten. Dieses Mal war es ein junges Mädchen, auf das es die beiden Rüpel abgesehen hatten.
»Nun hab dich doch nicht so, du willst es doch auch«, hörte er den einen der beiden sagen. Der junge Mann war höchstens zwanzig Jahre alt und hatte einen fast kahl rasierten Schädel. Er war zwar muskulös, aber nicht gerade ein Kraftprotz. Doch zusammen mit seinem etwa gleichaltrigen Freund fühlte er sich anscheinend stark. Der Freund, der ebenfalls nicht besonders kräftig wirkte und im Gegensatz zu seinem Kumpel lange Haare trug, griff zwar nicht selbst ein, aber ermunterte den anderen, das Mädchen zu küssen, und feuerte ihn an, als dieser die junge Frau weiter bedrängte.
Das Mädchen versuchte vergeblich, sich zu wehren, doch der mit den kurzen Haaren küsste die sich heftig wehrende Frau und griff ihr in den Ausschnitt.

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Der Mann im dunklen Anzug blickte sich um. Alle anderen Fahrgäste schauten betreten weg. Von denen war offenbar kein Eingreifen zu erwarten. Er überlegte, ob er selbst tätig werden sollte, fühlte sich den Beiden aber körperlich unterlegen und ließ es lieber bleiben. Doch er spürte wie sein Jagdfieber erwachte. Als die Bahn an der nächsten Station, Lattenkamp, anhielt und die beiden Halbstarken ausstiegen, knüllte der Mann seine Zeitung zusammen und ging ebenfalls auf den Ausstieg zu. Die junge Frau saß weinend auf ihrem Sitz und blickte den beiden jungen Männern voller Verzweiflung nach. Enttäuscht blickte sie auf die anderen Fahrgäste. Keiner war ihr zur Hilfe gekommen. Sie war ein hübsches Mädchen mit langen, blonden Haaren und einem sinnlichen Mund. Sie trug einen knappen, sehr knappen Rock, den diese Kerle anscheinend als Einladung interpretiert hatten. Die junge Frau knöpfte, so gut es trotz der abgerissenen Knöpfe ging, ihre Bluse zu. Ihr kurzer Rock war hochgeschoben, so dass man ihren Slip sehen konnte. Der Mann mit dem schwarzen Anzug warf ihr noch einen kurzen Blick zu und beeilte sich, den Kerlen zu folgen.
Die beiden Rüpel gingen zum Ausgang. Auf der Straße trennten sich ihre Wege. Der Mann im dunklen Anzug lächelte. So etwas hatte er gehofft. Er folgte dem jungen Kerl mit dem kahl rasierten Schädel. Der schien es nicht eilig zu haben, schlenderte scheinbar ziellos durch die Alsterdorfer Straße, breitbeinig und offensichtlich bester Laune. Als er an einem dunklen Hauseingang vorbeikam, war der Mann im dunklen Anzug plötzlich hinter ihm, zog einen Schlagring und streckte ihn mit einem gezielten Schlag zu Boden. Er schleifte den jungen Mann in ein nahegelegenes Gebüsch und blickte sich um. Anscheinend hatte niemand den Vorfall bemerkt. Er zog dem bewusstlosen Mann Pullover und T-Shirt aus und fesselte ihn. Danach entledigte er ihn auch seiner Jeans, Unterwäsche und Strümpfe und stopfte ihm die Strümpfe in den Mund. Anschließend rieb er den immer noch leblos Daliegenden mit Erde ein und ritzte ihm mit einem Messer ein großes Z auf die Stirn. Als letztes trat er dem Opfer mehrmals kräftig zwischen die Beine und betrachtete zufrieden sein Werk. Danach stand er auf, raffte die Kleidung des jungen Mannes zusammen, blickte sich noch einmal um und machte sich eilig davon. Kurz bevor er die Station Alsterdorf erreichte, warf er das Bündel in einen Müll-Container. Zufrieden lächelnd stieg er anschließend in die U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Sein Werk für heute war erledigt.

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Ermittlungen durch die rosarote Brille: Der erste Fall für Kommissar Z

Der erste Fall für Kommissar Z

Hat die junge, hübsche Witwe ihren Mann, den Leiter des LKA getötet? Der Fall beschäftigt Kriminalkommissar Steiner und seinen jungen Kollegen Rainer Zufall. Während Steiner von ihrer Täterschaft überzeugt ist, glaubt sein neuer Kollege an ihre Unschuld und kommt ihr dabei näher als gut für ihn ist. Dadurch gerät er in eine Situation, die nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Leben gefährdet.

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Prolog

Es war schon spät, als er nach seinem Geheimtreffen zurück zu seinem Auto ging. Müde, aber zufrieden lächelnd kramte Peter Wilhelm in seiner Jackentasche nach seinem Autoschlüssel. Das Treffen mit seinem Informanten im Hamburger Hafen war überaus erfolgreich gewesen. In seinem Kampf gegen die Bande, die mehr und mehr Einfluss in der Stadt gewann, hatte er heute einen entscheidenden Durchbruch erzielt. In der Ferne hörte er die Wellen rauschen. Der Hamburger Hafen war auch um diese späte Uhrzeit nicht still. Am Parkplatz in der Straße Kehrwieder drehte er sich um und besah sich noch einmal das alte Gebäude, in dem der Hamburg Dungeon und das Miniaturwunderland untergebracht waren. Tagsüber war hier reichlich Betrieb, aber so spät am Abend wurde es doch langsam ruhiger. Er kramte in seiner Tasche und sein Blick fiel in der Ferne auf die Kirche St. Katharinen, die zwischen den Häusern hindurchlugte.

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Die U-Bahn rumpelte zum Bahnhof Baumwall. Der Verlauf der U-Bahn schlängelte sich parallel zu Kehrwieder vom Rödingsmarkt bis zum Baumwall. Gedankenverloren verfolgten seine Augen der Fahrt der U-Bahnlinie 3. Ansonsten war nicht mehr viel Verkehr. Morgen würde er einen entscheidenden Schritt weiterkommen, ging es ihm durch den Kopf, als er den Schlüssel endlich zu fassen bekam und aus der Tasche zog. Er wollte ihn gerade ins Schlüsselloch seines Wagens stecken, als er plötzlich etwas Hartes im Rücken spürte. Peter Wilhelm erstarrte in der Bewegung.

»Was wollen Sie?«, presste er hervor. Der Druck in seinem Rücken verstärkte sich.

»Maul halten und umdrehen«, befahl die Stimme.

Peter Wilhelm dreht sich zögernd um und spürte, wie ihm der Schweiß ausbrach. Der Mann, der vor ihm stand, kam ihm bekannt vor. Fieberhaft überlegte er, wo er diesen schon mal gesehen hatte. Doch das Gefühl, dass sein letztes Stündchen möglicherweise geschlagen hatte, verhinderte klares Denken.

»Sie wollen mich doch nicht hier in aller Öffentlichkeit erschießen?« In ihm keimte Hoffnung auf, bis er den Schalldämpfer bemerkte, der auf ihn gerichtet war.

»Genau das«, erwiderte sein Gegenüber und lächelte. Der Mann drückte die Waffe auf die Brust seines Opfers. Ein fieses Grinsen durchzog sein Gesicht.

»Schöne Grüße von …«, setzte er hinzu, ohne den Satz zu beenden.

In dem Moment, als er abdrückte, zeichnete sich Wiedererkennen auf dem Gesicht von Peter Wilhelm ab. Es gab ein kurzes Plop, bevor Wilhelm langsam in sich zusammensackte. Sein Mörder beugte sich über ihn, legte die Waffe an der Stirn des Toten an und drückte noch einmal ab.

»Sicher ist sicher«, flüsterte der Mörder. Anschließend schraubte er den Schalldämpfer von der Waffe, ließ beides in einer Kühltasche verschwinden und schlenderte langsam zu seinem Wagen. Ein Pärchen kam ihm eng umschlungen entgegen, war aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um ihn auch nur wahrzunehmen. Auch aus den umliegenden Gebäuden hatte ihn anscheinend niemand beobachtet. Zufrieden stieg er in seinen Wagen, ließ den Motor an und fuhr in Richtung Niederbaumbrücke.

15 Minuten später hielt der Mann mit seinem Wagen am Dammtorbahnhof an. Um diese Zeit war hier nicht mehr viel los. Selbst die sich in der Nähe liegende Shell-Tankstelle war menschenleer. Um diese Zeit fuhren kaum Autos. Lediglich eine S-Bahn erzeugte ein wenig Leben. Der Killer zog sein Handy aus der Tasche, schaltete es ein und wählte eine Nummer. Nach dem zweiten Klingeln meldete sich sein Gesprächspartner.

»Vollzug!«, war das Einzige, was der Mörder ins Telefon sagte. Ein zufriedenes Grunzen kam aus der Leitung. Der Killer beendete den Anruf, nahm den Akku aus dem Telefon, zog die Speicherkarte heraus, stieg aus, legte Handy und Akku vor seinen Vorderreifen auf die Straße und fuhr los. Zufrieden verließ er die Stadt in Richtung Norden. An der Anschlussstelle Stellingen fuhr er auf die ebenfalls leere Autobahn A7. Sein Lohn war zum Greifen nah. An der Raststätte Holmmoor wartete die Restzahlung auf ihn.

Zeit, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen, dachte er und trat aufs Gaspedal, als er die Ausfahrt Schnelsen passierte.

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Ein Alb-Traum-Urlaub

Book Cover: Ein Alb-Traum-Urlaub

Ein junges Pärchen fliegt zu seinem lange geplanten Urlaub nach Irland. Doch aus dem geplanten Traumurlaub wird schon bald ein Albtraum. Nach mehreren merkwürdigen Begegnungen und Beinahe-Unfällen verschwindet der Freund ganz plötzlich und taucht erst einige Zeit später ohne Erinnerung auf. Die Umstände bleiben mysteriös, insbesondere weil sein Verschwinden im Zusammenhang mit einem Mordfall steht.

Die beiden jungen Deutschen kehren nach Hamburg zurück, wo sich die Situation dramatisch zuspitzt. Der Freundin kommen immer mehr Fragen, wer ihr Freund ist. Zusammen mit zwei Freunden versucht sie, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und gerät dabei in tödliche Gefahr.

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Urlaubsbeginn

 

Julia schob ihren Koffer auf das Band und legte ihren Personalausweis der Dame am Schalter hin. Urlaub, endlich. So lange hatte sie mit Robin geplant und nun war es endlich so weit. Ihr Roadtrip in Irland konnte beginnen.

»Robin, es geht wirklich los!« Sie strahlte ihren Freund an.

Robin lächelte und strich ihr übers Haar. Ihre langen blonden Haare standen wie so oft, wenn sie sich durchs Haar gestrichen hatte, in alle Richtungen ab. Sie nahmen ihr Handgepäck, steckten ihre Boarding-Karten ein.

»Ja, Liebes, jetzt geht es los.« Robin nahm ihre Hand und sie machten sich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Julia hatte keinen Blick für ihre Umgebung und bemerkte auch nicht die beiden Männer, die ihnen in gebührendem Abstand folgten, aber sie nicht aus den Augen ließen.

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Julia und Robin schlenderten zu ihrem Gate, Arm in Arm, Julia glücklich, Robin eher amüsiert. Julia dachte zurück. Wie lange hatte sie schon überlegt und geplant, diesen Trip entlang des Atlantic Coast Ways in Irland zu machen. Und sie hatte sich immer gewünscht, jemanden zu finden, der mitkommen würde.

Als sie Robin vor neun Monaten kennengelernt hatte, da hatte es sofort gefunkt. Und dass er ihre Begeisterung für Irland teilte, war ein weiterer Glücksgriff. Mit Robin passte irgendwie alles zusammen. Sie hatten viele gemeinsame Interessen, beide lasen gern, reisten gern, planten gern. Das einzige, was sie störte, war seine Verschlossenheit, was ihn und seine Vergangenheit anbelangte. Außerdem war sie bisher noch nie bei ihm zu Hause gewesen. Sie hatte zwar ein paar Mal gefragt, ob sie nicht zu ihm gehen könnten, aber er hatte jedes Mal eine andere Erklärung, wenn nicht sogar Ausrede gehabt.

Dennoch: Es war toll, wie sie beide diese Tour ausgearbeitet hatten, geplant, welche Route sie nehmen, welche Hotels sie buchen wollten. Julia konnte es gar nicht mehr abwarten und hatte sich wie ein kleines Kind auf diesen Urlaub gefreut, schon Monate vorher. Sie hatte alles über Irland gelesen, was ihr in die Finger gekommen war, ganze Bücherschränke voll und ihre Sehnsucht nach der grünen Insel war ins Unermessliche gestiegen. Und jetzt war es endlich so weit. Als das Taxi sie vor dem Terminal abgesetzt hatte, hätte sie vor Aufregung fast ihr Gepäck vergessen und wollte so in die Abflughalle flüchten. Der Taxifahrer und Robin hatten laut gelacht, während Julia einen roten Kopf bekommen hatte. Aber dann musste auch sie lachen und Robin war erneut verzaubert von seiner hübschen Freundin in ihrer Jeans, der weißen Bluse und dem schulterlangen Haar. Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick gewesen, als er sie kennengelernt hatte.

Sie kamen am Gate an und ließen sich auf zwei Sitzen an ihrem Gate nieder. Aber Julia sprang gleich wieder auf, da sie vor Aufregung nicht stillsitzen konnte. Das Gate füllte sich. Diverse Familien, Pärchen waren bereits da, sowie zwei Männer, die irgendwie hier gar nicht hinzupassen schienen. Sie sahen nicht wie Geschäftsleute aus, aber auch nicht wie welche, die in Urlaub fliegen. Es war relativ dunkel in der Wartehalle, aber die beiden trugen Sonnenbrillen.

Der Hamburger Himmel war bedeckt, für Dublin war eine unterbrochene Wolkendecke angesagt. Dass es in Irland ständig regnen würde, hielt Julia ohnehin für ein Gerücht.

Julia stupste Robin an, der irgendwie abwesend wirkte.

»Gleich ist boarding, wach auf, du Träumer!« Julia neckte ihn gerne mal, wenn er abwesend und träumend war, was in letzter Zeit öfter vorkam. Manchmal möchte ich wissen, was in seinem Kopf vor sich geht, hatte Julia dabei immer gedacht.

Sie konnten über alle möglichen Themen miteinander reden, aber wenn es um Robin ging, um sein Leben, seine Vergangenheit, seine Gegenwart blockte er immer schnell ab. Anscheinend war etwas in seinem Leben passiert, über das er nicht sprechen wollte, dachte sie. Vermutlich im Moment noch nicht sprechen wollte. Julia hoffte, dass sich das im Laufe der Zeit ändern würde, wenn sie sich länger kannten.

»Guten Tag, meine Damen und Herren! Ihr Aer Lingus Flug nach Dublin ist jetzt zum Einsteigen bereit. Bitte halten Sie Ihre Bordkarten und Ihre Ausweise bereit.«

Als die Aufforderung kam, packte Julia ihr Handgepäck und zog Robin hoch. Als sie sich in der Schlange einreihten, fiel Robins Blick auf die beiden Männer mit den Sonnenbrillen. Julia merkte nicht, dass Robin kurz zusammenzuckte, als sein Blick die der beiden Männer traf. Robin drehte sich schnell weg.

Sie passierten die Kontrolle und stiegen in das Flugzeug. Julia ließ sich an einem Fensterplatz nieder, Robin saß neben ihr. Das Flugzeug füllte sich, nach und nach strömten die Fluggäste in die Maschine, das übliche Chaos beim Verpacken des Handgepäcks entstand.

Fast als letztes kamen auch die beiden Männer mit den Sonnenbrillen ins Flugzeug. Sie trugen weiterhin ihre Brillen und hatten kaum Handgepäck dabei. Zwei Reihen hinter ihnen ließen sie sich nieder.

»Das sind ja merkwürdige Gestalten«, Julia flüsterte Robin ins Ohr als die beiden Männer an ihnen vorbeikamen.

»Egal«, erwiderte Robin lustlos und zuckte mit den Schultern. Er griff nach einer Zeitung.

»Ja, du hast ja Recht. Wir genießen unseren ersten gemeinsamen Urlaub!« Julia kuschelte sich an Robin, der den Arm um sie legte.

»Das wird herrlich!« Julia strahlte Robin glücklich an.

»Ja, bestimmt!« Täuschte sie sich oder klang Robins Antwort wenig überzeugend. Ach, er war bestimmt nervös vor dem Flug. Aber auch in Julia kam jetzt etwas Beklemmung hoch. Ihre Höhenangst und ihre Klaustrophobie stiegen in ihr auf.

»Halt mich fest und beschütz mich, Robin!« Julia drückte Robins Hand ganz fest.

»Ich bin bei Dir!« Robin erwiderte ihren Händedruck.

»Boarding is completed«, ertönte die Ansage aus dem Lautsprecher. Die üblichen Sicherheitshinweise wurden abgespult, bei denen wie üblich kein Mensch zuhörte. Alle lasen entweder oder dösten vor sich hin. Julia schaute noch einmal aus dem Fenster.

Das Abenteuer Irland konnte beginnen. Minuten später hob die Maschine ab in Richtung Dublin. Julia schloss die Augen und sehnte die Ankunft in Dublin herbei. Kurze Zeit später Hand in Hand mit Robin schlief sie ein.

Robin blickte sich vorsichtig um. Zwei Reihen hinter ihm konnte er einen der beiden Männer sehen. Der Mann hatte zwar seine Sonnenbrille auf, aber Robin war sicher, dass dieser Mann ihn aufmerksam beobachtete. Er rutschte unruhig auf seinem Sitz rum, versuchte aber, Julia nicht zu wecken, die neben ihm sanft schlummerte.

Als die Stewardess kam und nach Getränkewünschen fragte, schüttelte Robin nur kurz mit dem Kopf. Er betrachtete Julia, die neben ihm in ruhigem Schlaf saß. Dann warf er noch einen verstohlenen Blick nach hinten, ehe er sich auch gestattete, für eine Weile die Augen zu schließen.

Der Flug verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Robin döste vor sich hin, Julia verschlief den Flug. Kurz vor dem Aufsetzen der Maschine wachte sie auf und rührte sich. Sie hielt immer noch Robins Hand. Das Signal über ihnen leuchtete auf zum Zeichen, dass sie im Landeanflug waren. Kurze Zeit später setzte das Flugzeug sanft auf.

Als sie in Dublin gelandet waren, machten sie sich sofort auf den Weg zur Kofferausgabe. Die beiden Sonnenbrillen-Männer sahen sie nicht mehr, und Julia hatte sie auch schon wieder vergessen. Als einer der letzten kam Julias Koffer. Sie machten sich auf den Weg zum Taxistand. Julia suchte die Beschilderung, während Robin sich nach allen Seiten umschaute.

»Da ist es!« Julia zeigte auf das Schild, das ihnen den Weg zu den Taxen wies. Robin schaute sich noch immer nach allen Seiten um. Julia merkte das.

»Hallo, hier ist es!« Sie stieß Robin an. »Oder schaust Du Dich etwa nach hübschen irischen Mädchen um. Die sind alle rothaarig.« Julia lächelte ihn an. Robin grinste zurück.

»Du hast mich ertappt!« Ein letzter Rundumblick, dann verließen sie die Halle und stiegen die Treppen zu den Taxen hinab. Das Wetter war ganz ansprechend, auf jeden Fall besser als in Hamburg.

»Hallo Irland«, rief Julia übermütig und hüpfte wie ein kleines Kind.

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Männerfeindschaft

Book Cover: Männerfeindschaft

Zwei Jugendfreunde werden nach Jahren zu erbitterten Feinden. Zuerst sind sie nur berufliche Konkurrenten, die sich gegenseitig die Kunden wegnehmen. Im Laufe der Zeit wird der Konkurrenzkampf immer heftiger und persönlicher. Als die Konflikte schließlich immer mehr eskalieren, wird aus dem Gegeneinander ein tödliches Spiel, in das auch die beiden Ehefrauen hineingezogen werden.

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Kapitel 1

 

»Er hat es schon wieder gemacht!« Felix schaute auf sein Smartphone und fluchte laut. Dann knallte er sein Telefon auf den Tisch, so dass man Angst haben musste, es würde in tausend Stücke zerspringen.

»Wer hat was gemacht, mein Schatz?« Johanna besah sich intensiv ihre Fingernägel, denen sie gerade hochkonzentriert einen frischen, roten Anstrich verpasste.

Felix lief unruhig im Wohnzimmer auf und ab. Sein aufgedunsenes Gesicht war vor Wut verzerrt und hatte eine rötliche Farbe angenommen.

»Dieser Mistkerl, dem werde ich es zeigen«, schimpfte er und ballte die Fäuste.

»Alexander?« Johanna pustete auf ihre Nägel, ohne ihren Mann anzusehen.

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»Wer sonst?« knurrte er und blieb vor dem Fenster stehen. Sein Blick ging in weite Ferne. Der gepflegte Garten, an dem er sich sonst erfreuen konnte, vermochte ihn heute nicht aufzuheitern. Der graue Himmel über Hamburg tat sein Übriges für Felix´ düstere Stimmung. Er löste sich von dem Anblick und lief unruhig im Wohnzimmer hin und her, blieb dann wieder vor dem Fenster stehen.

»Und was hat er gemacht?« fragte Johanna in desinteressiertem Ton und wedelte mit ihren Fingern, um den frischen Nagellack endgültig zu trocknen.

Felix riss sich vom Fenster los, ging zum Sofa und ließ sich neben seiner Frau in das Sofa fallen.

»Dieser Hund hat mir wieder mit Dumping-Preisen einen Beratungsauftrag weggeschnappt.« Er goss sich Whisky in ein großes Glas und leerte es in einem Zug. Finster starrte er auf das leere Glas und füllte es dann erneut.

»Sich zu betrinken ist auch keine Lösung.« Johanna zog ihre langen Beine an und begann nun, ihre Fußnägel zu lackieren.

»Das brauche ich jetzt mal, um runterzukommen.« Felix verzog angewidert das Gesicht, als er das dritte Glas geleert hatte. »Und dann überlege ich mir eine Gegenstrategie.« Leicht angetrunken stierte er vor sich hin. »Was der kann, kann ich schon lange. Den mach ich fertig«, brüllte er plötzlich und griff nach Johannas Fuß.

»Vorsicht, mein Nagellack«, rief diese und schob seine Hand beiseite. »Außerdem bist Du betrunken.« Sie rückte ein Stück von ihrem Mann weg und setzte ihre Malerarbeiten fort.

»Oh Mann, Johanna. Du bist auch so schön genug.« Er starrte seine Frau an und versuchte zu lächeln, was ihm nur ansatzweise gelang.

Diese lächelte verschmitzt. »Ich weiß!« Er strich ihr durch ihr pechschwarzes Haar. Johanna ließ sich bei ihrer Lackierarbeit nicht stören.

»Was willst Du jetzt machen?« Zum ersten Mal seit er sein Telefon auf den Tisch geschmettert hatte, schaute sie ihren Mann an.

»Es der Ratte heimzahlen. Den nächsten Auftrag klau ich ihm. Schmiergeld zahlen kann ich auch. Oder«, sein Gesicht nahm plötzlich einen verschlagenen Ausdruck an.

»Oder was?« hakte seine Frau nach.

»Ein wenig Druck machen. Jeder hat seine angreifbaren Stellen, seine Leichen im Keller.« Ein Lächeln durchzog sein Gesicht.

»Ich glaube, ich möchte lieber nicht wissen, was Du vorhast.« Johanna schüttelte den Kopf und widmete sich wieder ihren Fußnägeln.

»Mein Schatz, sei Du einfach hübsch für mich. Den Rest mach ich schon. Geh shoppen und zerbrich Dir nicht Deinen schönen Kopf.« Er gab ihr einen Kuss auf die Wange. Whisky-Geruch stieg ihr in die Nase. Johanna musste einen Anflug von Übelkeit herunterkämpfen. Wenn Felix doch nur mit seiner Sauferei aufhören würde. Sie stand auf und ging Richtung Badezimmer.

»Ich werde mich dann mal fertig machen und dann in die Stadt fahren.« Felix schaute ihr hinterher. Was war er nur für ein Glückspilz, dass er sich diese Frau geangelt hatte. Alle Männer drehten sich nach ihr um. Ihr Haar, ihre ebenmäßigen Gesichtszüge, ihre tolle Figur. Er schaute auf sich hinab. Leichter Bauchansatz war stark untertrieben. Das sah schon recht wabbelig aus. Er aß und trank zu viel. Ein wenig Sport könnte ihm sicher gut tun. Aber er hasste Sport. Müde streckte er sich auf dem Sofa aus. ‚Strategische Denkhaltung‘ nannte er das. Aber nach wenigen Minuten war er fest eingeschlafen.

Als Johanna frisch gestylt aus dem Bad kam, blickte sie nachdenklich auf ihren schlafenden Mann. Was sollte nur dieser dauernde Streit mit Alexander? Die beiden waren doch mal Freunde gewesen. Und dieser Konkurrenzkampf hinterließ bei ihrem Mann deutliche Spuren: Alkohol, zu viel Essen, wenig Bewegung und sicher ein viel zu hoher Blutdruck. Sie warf noch einen genervten Blick auf den schnarchenden Felix, schüttelte den Kopf und verließ die Wohnung. Zumindest ließ er ihr alle Freiheiten. Mehr brauchte sie nicht, dachte sie. Hauptsache, sie hatte genug Geld für ihren teuren Lebensstil.

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