Selbstjustiz: Der zweite Fall für Kommissar Z.

Hamburg-Krimi

Eine Reihe von Misshandlungen junger Männer hält Kriminalkommissar Rainer Zufall und seine Kollegen in Atem. Welches Motiv hat der Täter, der seinen Opfern ein Z in die Stirn ritzt? Ist es ein Racheakt? Aber wofür? Die Zeit wird knapp, denn die Taten werden immer brutaler und es ist nur eine Frage von Tagen, bis es Tote gibt. Aber das ist nicht die einzige Sorge der Kommissare. Lange haben die Kommissare keinen Ansatzpunkt, bis der Täter Fehler macht.

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PROLOG
Der Mann im dunklen Anzug blickte von seiner Zeitung auf und sah zu den Halbstarken hinüber, die andere Fahrgäste in der Bahn belästigten. Dieses Mal war es ein junges Mädchen, auf das es die beiden Rüpel abgesehen hatten.
»Nun hab dich doch nicht so, du willst es doch auch«, hörte er den einen der beiden sagen. Der junge Mann war höchstens zwanzig Jahre alt und hatte einen fast kahl rasierten Schädel. Er war zwar muskulös, aber nicht gerade ein Kraftprotz. Doch zusammen mit seinem etwa gleichaltrigen Freund fühlte er sich anscheinend stark. Der Freund, der ebenfalls nicht besonders kräftig wirkte und im Gegensatz zu seinem Kumpel lange Haare trug, griff zwar nicht selbst ein, aber ermunterte den anderen, das Mädchen zu küssen, und feuerte ihn an, als dieser die junge Frau weiter bedrängte.
Das Mädchen versuchte vergeblich, sich zu wehren, doch der mit den kurzen Haaren küsste die sich heftig wehrende Frau und griff ihr in den Ausschnitt.

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Der Mann im dunklen Anzug blickte sich um. Alle anderen Fahrgäste schauten betreten weg. Von denen war offenbar kein Eingreifen zu erwarten. Er überlegte, ob er selbst tätig werden sollte, fühlte sich den Beiden aber körperlich unterlegen und ließ es lieber bleiben. Doch er spürte wie sein Jagdfieber erwachte. Als die Bahn an der nächsten Station, Lattenkamp, anhielt und die beiden Halbstarken ausstiegen, knüllte der Mann seine Zeitung zusammen und ging ebenfalls auf den Ausstieg zu. Die junge Frau saß weinend auf ihrem Sitz und blickte den beiden jungen Männern voller Verzweiflung nach. Enttäuscht blickte sie auf die anderen Fahrgäste. Keiner war ihr zur Hilfe gekommen. Sie war ein hübsches Mädchen mit langen, blonden Haaren und einem sinnlichen Mund. Sie trug einen knappen, sehr knappen Rock, den diese Kerle anscheinend als Einladung interpretiert hatten. Die junge Frau knöpfte, so gut es trotz der abgerissenen Knöpfe ging, ihre Bluse zu. Ihr kurzer Rock war hochgeschoben, so dass man ihren Slip sehen konnte. Der Mann mit dem schwarzen Anzug warf ihr noch einen kurzen Blick zu und beeilte sich, den Kerlen zu folgen.
Die beiden Rüpel gingen zum Ausgang. Auf der Straße trennten sich ihre Wege. Der Mann im dunklen Anzug lächelte. So etwas hatte er gehofft. Er folgte dem jungen Kerl mit dem kahl rasierten Schädel. Der schien es nicht eilig zu haben, schlenderte scheinbar ziellos durch die Alsterdorfer Straße, breitbeinig und offensichtlich bester Laune. Als er an einem dunklen Hauseingang vorbeikam, war der Mann im dunklen Anzug plötzlich hinter ihm, zog einen Schlagring und streckte ihn mit einem gezielten Schlag zu Boden. Er schleifte den jungen Mann in ein nahegelegenes Gebüsch und blickte sich um. Anscheinend hatte niemand den Vorfall bemerkt. Er zog dem bewusstlosen Mann Pullover und T-Shirt aus und fesselte ihn. Danach entledigte er ihn auch seiner Jeans, Unterwäsche und Strümpfe und stopfte ihm die Strümpfe in den Mund. Anschließend rieb er den immer noch leblos Daliegenden mit Erde ein und ritzte ihm mit einem Messer ein großes Z auf die Stirn. Als letztes trat er dem Opfer mehrmals kräftig zwischen die Beine und betrachtete zufrieden sein Werk. Danach stand er auf, raffte die Kleidung des jungen Mannes zusammen, blickte sich noch einmal um und machte sich eilig davon. Kurz bevor er die Station Alsterdorf erreichte, warf er das Bündel in einen Müll-Container. Zufrieden lächelnd stieg er anschließend in die U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Sein Werk für heute war erledigt.

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Männerfeindschaft

Book Cover: Männerfeindschaft

Zwei Jugendfreunde werden nach Jahren zu erbitterten Feinden. Zuerst sind sie nur berufliche Konkurrenten, die sich gegenseitig die Kunden wegnehmen. Im Laufe der Zeit wird der Konkurrenzkampf immer heftiger und persönlicher. Als die Konflikte schließlich immer mehr eskalieren, wird aus dem Gegeneinander ein tödliches Spiel, in das auch die beiden Ehefrauen hineingezogen werden.

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Kapitel 1

 

»Er hat es schon wieder gemacht!« Felix schaute auf sein Smartphone und fluchte laut. Dann knallte er sein Telefon auf den Tisch, so dass man Angst haben musste, es würde in tausend Stücke zerspringen.

»Wer hat was gemacht, mein Schatz?« Johanna besah sich intensiv ihre Fingernägel, denen sie gerade hochkonzentriert einen frischen, roten Anstrich verpasste.

Felix lief unruhig im Wohnzimmer auf und ab. Sein aufgedunsenes Gesicht war vor Wut verzerrt und hatte eine rötliche Farbe angenommen.

»Dieser Mistkerl, dem werde ich es zeigen«, schimpfte er und ballte die Fäuste.

»Alexander?« Johanna pustete auf ihre Nägel, ohne ihren Mann anzusehen.

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»Wer sonst?« knurrte er und blieb vor dem Fenster stehen. Sein Blick ging in weite Ferne. Der gepflegte Garten, an dem er sich sonst erfreuen konnte, vermochte ihn heute nicht aufzuheitern. Der graue Himmel über Hamburg tat sein Übriges für Felix´ düstere Stimmung. Er löste sich von dem Anblick und lief unruhig im Wohnzimmer hin und her, blieb dann wieder vor dem Fenster stehen.

»Und was hat er gemacht?« fragte Johanna in desinteressiertem Ton und wedelte mit ihren Fingern, um den frischen Nagellack endgültig zu trocknen.

Felix riss sich vom Fenster los, ging zum Sofa und ließ sich neben seiner Frau in das Sofa fallen.

»Dieser Hund hat mir wieder mit Dumping-Preisen einen Beratungsauftrag weggeschnappt.« Er goss sich Whisky in ein großes Glas und leerte es in einem Zug. Finster starrte er auf das leere Glas und füllte es dann erneut.

»Sich zu betrinken ist auch keine Lösung.« Johanna zog ihre langen Beine an und begann nun, ihre Fußnägel zu lackieren.

»Das brauche ich jetzt mal, um runterzukommen.« Felix verzog angewidert das Gesicht, als er das dritte Glas geleert hatte. »Und dann überlege ich mir eine Gegenstrategie.« Leicht angetrunken stierte er vor sich hin. »Was der kann, kann ich schon lange. Den mach ich fertig«, brüllte er plötzlich und griff nach Johannas Fuß.

»Vorsicht, mein Nagellack«, rief diese und schob seine Hand beiseite. »Außerdem bist Du betrunken.« Sie rückte ein Stück von ihrem Mann weg und setzte ihre Malerarbeiten fort.

»Oh Mann, Johanna. Du bist auch so schön genug.« Er starrte seine Frau an und versuchte zu lächeln, was ihm nur ansatzweise gelang.

Diese lächelte verschmitzt. »Ich weiß!« Er strich ihr durch ihr pechschwarzes Haar. Johanna ließ sich bei ihrer Lackierarbeit nicht stören.

»Was willst Du jetzt machen?« Zum ersten Mal seit er sein Telefon auf den Tisch geschmettert hatte, schaute sie ihren Mann an.

»Es der Ratte heimzahlen. Den nächsten Auftrag klau ich ihm. Schmiergeld zahlen kann ich auch. Oder«, sein Gesicht nahm plötzlich einen verschlagenen Ausdruck an.

»Oder was?« hakte seine Frau nach.

»Ein wenig Druck machen. Jeder hat seine angreifbaren Stellen, seine Leichen im Keller.« Ein Lächeln durchzog sein Gesicht.

»Ich glaube, ich möchte lieber nicht wissen, was Du vorhast.« Johanna schüttelte den Kopf und widmete sich wieder ihren Fußnägeln.

»Mein Schatz, sei Du einfach hübsch für mich. Den Rest mach ich schon. Geh shoppen und zerbrich Dir nicht Deinen schönen Kopf.« Er gab ihr einen Kuss auf die Wange. Whisky-Geruch stieg ihr in die Nase. Johanna musste einen Anflug von Übelkeit herunterkämpfen. Wenn Felix doch nur mit seiner Sauferei aufhören würde. Sie stand auf und ging Richtung Badezimmer.

»Ich werde mich dann mal fertig machen und dann in die Stadt fahren.« Felix schaute ihr hinterher. Was war er nur für ein Glückspilz, dass er sich diese Frau geangelt hatte. Alle Männer drehten sich nach ihr um. Ihr Haar, ihre ebenmäßigen Gesichtszüge, ihre tolle Figur. Er schaute auf sich hinab. Leichter Bauchansatz war stark untertrieben. Das sah schon recht wabbelig aus. Er aß und trank zu viel. Ein wenig Sport könnte ihm sicher gut tun. Aber er hasste Sport. Müde streckte er sich auf dem Sofa aus. ‚Strategische Denkhaltung‘ nannte er das. Aber nach wenigen Minuten war er fest eingeschlafen.

Als Johanna frisch gestylt aus dem Bad kam, blickte sie nachdenklich auf ihren schlafenden Mann. Was sollte nur dieser dauernde Streit mit Alexander? Die beiden waren doch mal Freunde gewesen. Und dieser Konkurrenzkampf hinterließ bei ihrem Mann deutliche Spuren: Alkohol, zu viel Essen, wenig Bewegung und sicher ein viel zu hoher Blutdruck. Sie warf noch einen genervten Blick auf den schnarchenden Felix, schüttelte den Kopf und verließ die Wohnung. Zumindest ließ er ihr alle Freiheiten. Mehr brauchte sie nicht, dachte sie. Hauptsache, sie hatte genug Geld für ihren teuren Lebensstil.

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