Die Angst überwinden trotz COPD: Was tun, wenn die Luft knapp wird?

Und ein Reisebericht, der Mut macht

Book Cover: Die Angst überwinden trotz COPD: Was tun, wenn die Luft knapp wird?

Die Diagnose COPD ist für jeden, der sie erhält, erst einmal ein Schock. Viele wissen in dem Moment nicht einmal, was COPD eigentlich bedeutet. Ängste kommen hoch, die das typische Merkmal der COPD, die Luftnot, zusätzlich verschlimmern. Wie kann man damit umgehen? Der Autor, der seit mehr als 30 Jahren mit COPD mit Lungenemphysem lebt, berichtet aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz, klärt über die Krankheit auf und zeigt, wie er selbst mit der immer noch unheilbaren Krankheit klarkommt und was trotz aller Einschränkungen möglich sein kann.

Excerpt:

Diagnose COPD

 

Beginnen möchte ich mit ein paar allgemeinen Bemerkungen zu dieser immer noch bei vielen Menschen unbekannten Krankheit. COPD steht für "chronic obstructive pulmonary disease", was übersetzt so viel heißt wie „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Statistiken besagen, dass allein in Deutschland mittlerweile etwa sieben bis acht Millionen Menschen an COPD leiden.

Mit meinem ersten Buch "COPD – Mein positives Leben mit der unheilbaren Krankheit" habe ich bereits versucht, nicht nur Patienten, sondern auch Angehörige über diese Erkrankung aufzuklären. Außerdem möchte ich Mut machen und Tipps dazu geben, wie man mit der Krankheit umgehen und an vielen Stellen Besserung erzielen kann, um nicht daran zu verzweifeln. Manches davon werde ich in diesem Buch aufgreifen und vertiefen, vieles ist neu.

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Zur COPD gehört auch die chronische Bronchitis. Dabei sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Laut der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) wird eine Bronchitis dann als chronisch bezeichnet, wenn die wesentlichen Symptome Husten und Auswurf in zwei aufeinander folgenden Jahren über mindestens drei Monate pro Jahr durchgehend bestehen.

Häufig leiden Menschen, wie auch ich selbst, unter COPD mit Lungenemphysem. Gemäß Wikipedia versteht man unter Lungenemphysem oder auch nur Emphysem folgendes: Als Lungenemphysem (der Lunge) oder chronische Lungenblähung wird eine irreversible Überblähung der kleinsten luftgefüllten Strukturen (Lungenbläschen, Alveolen) der Lunge bezeichnet. Es ist der gemeinsame Endpunkt einer Reihe von chronischen Lungenerkrankungen.

Dieser Lungenschaden ist nicht heilbar. Die Lunge enthält zu viel verbrauchte Luft, die sich nicht mehr ausatmen lässt, weswegen sich die Lunge überbläht.

Bei mir wurde vor über 30 Jahren eine COPD mit Lungenemphysem diagnostiziert. Das heißt, meine Atemwege sind chronisch verengt, meine Lunge ist überbläht und viele Lungenbläschen, die für den Sauerstoffaustausch wichtig sind, sind irreparabel zerstört. Statt ganz vieler kleiner gibt es eine ganze Reihe größerer Lungenblasen. Das hat mein Leben nachhaltig beeinflusst.

Als ich die Diagnose erhielt, war ich gerade 30 Jahre alt. Ich bin also bereits mein halbes Leben lang krank. Das war damals ein herber Schlag. Mein Arzt erklärte mir, dass es nicht mehr besser werden würde, dass man mit Medikamenten lediglich die Verschlimmerung hinauszögern, also auch nicht stoppen könnte.

Natürlich war ich geschockt, als mir dies mitgeteilt wurde. Fast wäre ich in eine Depression abgeglitten. Das geht nach meiner Erfahrung vielen Betroffenen so. Es fühlte sich an, als ob das Leben zu Ende wäre und ich nur noch wenige Jahre zu leben hätte.

Ganz typisch für die COPD ist die Tatsache, dass sie sich quasi anschleicht, zuerst beinahe unbemerkt, und irgendwann stellt man fest: Ich bekomme nicht mehr gut Luft, und der Zustand hält an.

Viele Dinge, die ich vorher mit Begeisterung gemacht hatte, gingen mit einem Mal nicht mehr. Ich spielte bis dahin gern Fußball, Volleyball oder Tischtennis, hatte mir gerade einen Tennisschläger besorgt und mit dem Tennisspielen begonnen. All das konnte ich nun vergessen. Stattdessen hieß es, Medikamente zu nehmen, alle Anstrengungen schön dosiert zu absolvieren und irgendwie damit klarzukommen. Was hinzukam war die Angst vor der Luftnot, die Angst, im Extremfall sogar zu ersticken, und diese Angst begleitete mich über lange Zeit.

COPD gehört mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sind Atemwegserkrankungen die Nummer 3. Wobei ich gleich zu Beginn mit einer häufig zu hörenden Falschaussage aufräumen möchte: COPD ist kein Todesurteil, und die Frage nach der Lebenserwartung lässt sich nicht pauschal beantworten. Dazu später mehr. Ich lebe mittlerweile wie gesagt seit mehr als 30 Jahren damit und hoffe, dass noch viele Jahre dazukommen.

Im ersten Teil dieses Buchs werde ich einiges aus meinem persönlichen Erleben schildern bis hin zu meinem Abenteuer Neuseeland. Im zweiten Teil werde ich mich ausführlich mit verschiedenen Themen im Zusammenhang mit COPD beschäftigen, die für Betroffene und ihre Angehörigen wichtig sein können. Hierzu gehört auch das Thema Angst, das vermutlich den meisten COPD-Patienten mehr oder weniger stark begegnet.

Ich möchte eingangs aber noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich kein Arzt bin und mir das medizinische Wissen nur angelesen habe. Es ist mir jedoch wichtig, dass ich neben meinen persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit auch den medizinischen Hintergrund, so gut es mir möglich ist, weitergebe.

Noch ein persönliches Wort: Ich versuche zu meinen Lesern eine Beziehung aufzubauen und werde zum Du übergehen. Ich hoffe, das ist in Ordnung! Ansonsten ersetzen Sie das Du einfach durch ein Sie.

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